Ich hätte gern ein Paar Giraffenohren!

Unterwegs mit gewaltfreier Kommunikation – von Ysabelle Wolfe

Dankbarkeit: 14. Dezember 2013

Hallo, Welt!
Heute habe ich eine Ladung Bestellungen (Spielkarten & Bedürfniskarten Kompakt) verpackt und zur Post gebracht. Danach fand ich meine eigenen Karten nicht wieder. Es besteht eine Chance, dass sich einer meiner Kunden Montag sehr wundert, dass er gebrauchte Karten geschickt bekommt. Früher hätte ich mich wegen einer solchen Panne gewolft ohne Ende. Heute bin ich zwar nicht gerade begeistert, aber ich erkenne an, dass in meiner aktuellen Stresssituation einfach Fehler passieren können. Ich habe gleich alle Leute, die in Frage kommen, angemailt und ihnen mitgeteilt, dass sie mich informieren sollen, wenn in ihrem Paket ein Bedürfniskartenset ohne Cellophanhülle ist. Das ist dann meins… und ich schicke ihnen dann ein neues. Mehr kann ich nicht tun. Ich bin dankbar, dass ich mich für solche Missgeschicke nicht mehr fertig machen muss.

Bei der Arbeit habe ich festgestellt, wie sehr ich mich verändert habe. Bestimmte Dinge kann ich nicht. Immerhin hatte ich kaum sechs Tage Einarbeitung und die Kollegin, die den Job bisher gemacht hat, bringt 18 Jahre Erfahrung mit. Aber anders als früher hat mich das keineswegs fertig gemacht, bedrückt, mein Selbstwertgefühl in den Keller geschickt. Ich konnte sogar solche Sätze sagen wie: das ist mir jetzt grad zu viel. Diesen Teil schreib ich mir auf und dann muss ich die Informationen für mich erst mal sortieren…
Ich habe gestern Abend im Bett festgestellt, dass ich aktuell gar keine Angst habe. Angst, gefeuert zu werden (der Job ist eh befristet), Angst, meinen Chef nicht zufrieden zu stellen (ey, der hat niemand anderes!), Angst, nicht zu genügen. Ich kann genau spüren, dass das Alte, was mich Jahrzehnte in meinem Arbeitsleben begleitet hat, nicht mehr da ist. Es ist diese ständige Unsicherheit, etwas falsch zu machen, nicht zu genügen. Ich mache Fehler. Aber das hat keine Bedeutung für meinen Wert. Als ich vor zwei Jahren in meiner alten Firma ausgesteuert wurde, sagte eine Kollegin mit Galgenhumor zu mir: Wenigstens brauchst du jetzt keine Angst mehr haben, gefeuert zu werden. Stimmt. Habe ich nicht mehr. In mir ist eine Gewissheit gewachsen, dass ich überleben werde. Ich merke, dass ich anfange, auf meine Kraft zu vertrauen. Das ist ein Geschenk der GfK. Ein weiteres. Noch eins… Ich bin dankbar.
Meine Kollegin gab mir die Rückmeldung, ich könne mich sehr schnell einfühlen, mich im Handumdrehen in die neue Materie einarbeiten und ich sei sehr eloquent. Das Wort musste ich eben erst mal nachschlagen, obwohl ich es selbst gern benutze. Es heißt beredt, beredsam, mit Sprache begabt. Wikipedia meint:

Aufgrund des systemhaften Charakters von Sprachen ist dabei zu unterscheiden zwischen der reinen Fähigkeit zur grundlegenden Kommunikation und Interaktion in einer Sprache (engl. command, im Deutschen oft „Beherrschen in Wort und Schrift“) und einer graduellen Kompetenz, das heißt der Kenntnis und richtigen Anwendung der jeweiligen komplexen Sprach- und Stilmittel. In letzterem Fall spricht man auch von Sprachgewandtheit bzw. Eloquenz.

Hohe Eloquenz beruht nicht zwingend auf einer hohen Bildung oder einer professionellen Ausbildung, oft liegt sie in der gesamten Persönlichkeit des Erzählers begründet.

Ok, wieder was dazu gelernt. Ich hatte einen anderen Geschmack bei diesem Wort. Wie schön, dass ich auch im hohen Alter noch was dazu zu lernen kann.

So long!

Ysabelle

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