Ich hätte gern ein Paar Giraffenohren!

Unterwegs mit gewaltfreier Kommunikation – von Ysabelle Wolfe

With a little help from my friends …

Hallo, Welt!
Mein Küchentisch ist leer.
Wer schon öfter bei mir war, weiß dass sich dort gern Berge mit „Zu erledigen“ türmen. Das Sammelsurium reicht von wichtigen Zeitungsausschnitten, Werbeangeboten für bedruckte Kugelschreiber, Rechnungen, Standmitteilungen von Versicherungen sowie 1,8 Trillionen Dingen, die alle noch abschließend angeguckt und eingeordnet werden möchten. Vor einiger Zeit habe ich vor diesen Bergen kapituliert.

In einem Buch von Karen Kingston, wahrscheinlich „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags: Richtig ausmisten – Gerümpelfrei bleiben“ oder in Sandra Feltons „Im Chaos bin ich Königin“ (sehr zu empfehlen) fand ich den Tipp mit dem Clutter Buddy“. Der Gedanke ist, mit jemandem gemeinsam auszumisten, sich nicht allein an diese Sisyphos-Arbeit zu machen. Wie jede anständige Kapitulation im Sinne der 12 Schritte setzt es voraus, dass man realisiert, dass man machtlos ist und etwas allein nicht schafft. Dann geht es darum, eine Strategie zu finden, mit der man das Problem bewältigen kann.

Meine Strategie war, eine Kollegin zu fragen, ob sie mich unterstützen kann.
Gestern um neun Uhr morgens stand Susanne vor der Tür. Als sie um 16.21 Uhr ging, war der Küchentisch leer. Ysabelle Wolfe Aktenberge Heute Morgen ist es auch mein Schreibtisch.Wir haben 19 Ordner bewegt, Sachen abgeheftet, vorsortiert, geschreddert, weggeworfen, abgeheftet. Wir waren genüsslich Mittag essen und haben anregende Gespräche geführt. Es war ein toller Tag. Ich bin mit Scham, Angst und Erleichterung unterwegs gewesen. Es war total schön, abends die Ordner wieder in die Schränke zu räumen und einen letzten Ordner komplett durchzuschreddern, bis auch nicht ein Arztbericht oder ein Brief übrig war.

Aus Susannes Feedback habe ich über mich gelernt: Ich bin schnell. Ich kann gut Entscheidungen treffen. Ich habe eine sehr gute Grundordnung, denn ich wusste genau, was in welchen Ordner kommt. Und es braucht einfach ZEIT, diese Dinge zu machen, und Zeit ist oft knapp bei mir. Darin liegt keine Nachlässigkeit und kein Verschulden, Tage sind nun mal endlich. Und offensichtlich kann ich gut priorisieren, denn alle wichtigen Sachen sind erledigt, alle Seminare gegeben, alle Rechnungen bezahlt, alle Unterlagen beim Finanzamt. Irgendwas fällt dann hinten runter, und bei mir war es die Ablage.

Gestern Abend hatte ich dann mein übliches Dienstags-Gespräch mit einer A- und GFK-Freundin. Ich erzählte ihr glücklich von meinen Erlebnissen und sie meinte: „ich könnte dich knutschen! Genau so geht es mir auch, aber ich bin noch nie auf die Idee gekommen, mir Hilfe zu organisieren.“
So wurde aus meinem Aufräum-Trip auch gleich noch eine Inspiration für andere, die ich auch hier gern teile. Meine Lektion: Ich muss Dinge nicht allein machen. Es gibt Unterstützung und Wohlwollen für meine Vorhaben. Danke an Susanne, die mich mit viel Einfühlungsvermögen durch den Tag begleitet hat.

So long!

Ysabelle

Eine Reaktion zu “With a little help from my friends …”

  1. Dorothee

    Zwei wunderschöne und anregende Erlebnisse.
    Danke dafür

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