Ich hätte gern ein Paar Giraffenohren!

Unterwegs mit gewaltfreier Kommunikation – von Ysabelle Wolfe

Eine Liste, eine Liste…

Hallo, Welt!
Auf dem Rückweg vom IIT habe ich mir im Auto eine Liste mit meinen nächsten Aufgaben geschrieben. Fortschritt: Darauf stand sogar: Im „Do nothing“ auf der Couch liegen und ausruhen sowie „Golf spielen“. zumindest das mit dem Ausruhen hat schon einmal geklappt.

Gestern Morgen hatte ich ein Skype mit einem Teilnehmer des IITs und klagte, da wäre doch diese Liste, die hätte ich wahrscheinlich noch gar nicht angefangen abzuarbeiten. Während mein Gegenüber etwas an seinen Rooter-Einstellungen veränderte, kramte ich nach der Moderatoren-Karte, auf der ich meine To-Do’s notiert hatte. zu meinem eigenen Erstaunen waren neun von 17 Punkten abgehakt. Da war es wieder, mein Lieblingsproblem: Das, was ich leiste, bleibt nicht haften. Ich erinnere mich nur an das, was unerledigt ist. Sobald etwas geschafft ist, gerät es mir komplett aus dem Fokus und ich hänge im Mangel statt in der Fülle.

Vor ein paar Wochen rief mir jemand ins Gedächtnis, dass ich rund 1500 Wochen meines Lebens für eine Zeitschrift gearbeitet habe und dann jede Woche ein frisch gedrucktes Exemplar auf meinem Schreibtisch vorfand. Ah… DAS habe ich also die vergangenen Wochen bearbeitet… Und dann gab es feste Termine, die eingehalten werden mussten, Textabgabe, Druckreife, Proof… Und jeder eingehaltene Termin war eine innere Bestätigung, ja, ich habe etwas geschafft. Fast 30 Jahre lang.

Heute nun wurschtele ich manchmal wochenlang vor mich hin, ohne dass „hinten“ etwas herauskommt. Zum Beispiel die Überarbeitung der Gefühls- und Bedürfniskarten. Zusammen mit unserer Layouterin Stefanie Ebel vom Weckerwerk haben wir uns so manche Nacht um die Ohren geschlagen und dann auch gleich noch 60 wunderbare Karten mit Interpretationen entwickelt. Erledigt und vergessen. Die umfangreiche, zeitaufwändige Vorbereitung des IIT – erledigt und vergessen. Der ganze Schriftkram für die Zertifizierung – erledigt und vergessen… da bleibt nichts haften. Und so laufe ich mir Blasen in meinem Hamsterrad und frage mich abends, was hast du eigentlich den ganzen Tag gemacht?

Gestern Morgen also kam mein Gesprächspartner vom Rumfummeln am Rooter zurück ins Skype und ich erzählte ihm voller Erstaunen, dass ich wider Erwarten neun von 17 Dingen erledigt hatte. Er erzählte daraufhin, dass er auch so ziemlich alles ausprobiert habe. Gelandet sei er jetzt letzten Endes bei einer superschlichten Liste auf dem Computer.

Sie ist einfach nur zweigeteilt. In der oberen Hälfte notiert er alles, was zu erledigen ist.
Und wenn die Aufgabe ausgeführt ist, kopiert er die Zeile nach unten zu den erledigten Aufgaben.

Gleich nach unserem Gespräch gestern habe ich genau so eine wunderbare Liste angelegt. Und es fühlt sich wunderbar an, Sachen von einer Listenseite zur anderen zu bewegen: Erledigt! Die Sachen werden nicht durchgestrichen, als sei das alles nichts gewesen.

Also: Diese Art von Liste erfüllt mein Bedürfnis nach Feiern, Wertschätzung, Klarheit, Struktur, Sinnhaftigkeit und Ausgleich. Endlich nicht mehr nur auf die immer länger werdende Liste der „Do“ gucken, sondern die „Done“ gleichermaßen im Auge behalten!

So long!

Ysabelle

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