Ich hätte gern ein Paar Giraffenohren!

Unterwegs mit gewaltfreier Kommunikation – von Ysabelle Wolfe

Die eigenen Stärken wertschätzen

„In all diesen Jahren des Gewichthebens und harten Trainings habe ich etwas gelernt…Was ich gelernt habe ist, dass wir immer stärker sind als wir es glauben!“ – Arnold Schwarzenegger, Encyclopedia of World Biography

Kennen wir unsere Stärken? Vielleicht wissen wir, dass wir gute Autofahrer sind oder einen Wasserhahn reparieren können. Vielleicht sind wir auch im Beruf selbstbewusst. Und doch höre ich häufig, wie schwer es Menschen fällt, sich an ihren Leistungen zu freuen, ihre Starken wertzuschätzen. „Ach, das ist nichts“, sagen sie dann. Jeder Fehler wird haarklein unter die Lupe genommen, kritisiert oder verdammt. Die Dinge, die gut gelungen sind, scheinen oft geradezu unsichtbar. Manchen ist es peinlich, von den eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu berichten. Besonders schwierig ist es für Menschen, die mit der Botschaft aufgewachsen sind: Nimm dich nicht so wichtig!

Unsere Stärken sind ein Grund zum Feiern. Wir können und dürfen uns selbst wertschätzen für alles, was uns gut von der Hand geht. Die Freude über den Erfolg gibt uns neue Kraft. Wenn wir uns selbst wertschätzen, fällt es auch anderen leicht, unsere Stärken zu feiern. „Unsneaky  Bragging“  nennt Marshall  Rosenberg dieses Vorgehen, un-heimliches Prahlen. Ja, das ist mir wieder gut gelungen!, dürfen wir uns freuen. Die Wölfe, die sich dann vielleicht melden, können wir umarmen. Sie haben ihre Aufgabe längst erfüllt. Wir sind uns bewusst, was unsere wahren Stärken sind. Wir prahlen nicht mit Dingen, die keine Essenz haben.

Heute feiere ich all meine Stärken, die mein Leben bereichern.


2 Reaktionen zu “Die eigenen Stärken wertschätzen”

  1. Tabasco

    Hallo Ysabelle!

    In meiner Branche ist es sogar wichtig, die eigenen Leistungen und Stärken realistisch einzuschätzen. Prahlerei ist da ebenso kontraproduktiv wie Lichter unter irgendwelchen Eimern. Wir werden geradezu dazu angehalten zu sagen, was wir leisten. Täglich gibt es eine kurze Runde, die eigentlich dazu dient uns gegeseitig zu informieren, wo wir stehen. Bei mir fiel seit Jahren auf, daß ich mich selbst nicht positiv darstelle. Diese Tatsache ist jährlich Thema in unseren Mitarbeitergesprächen.
    Da steht eine brandaktuelle Botschaft aus meinem Alltag, die da lautet: „Wir wissen alle, wie viel Du leistest, aber sprich auch darüber!“ gegen ein altes „Gib nicht so an!“ aus tiefster Kindheit. Es hat ungefähr 8 Jahre gedauert, bist ich vor etwa einem Jahr die erste positive Rückmeldung über meine Selbstdarstellung bekommen habe.

    Gruß, Tabasco

  2. Ysabelle Wolfe

    Hallo, Tabasco,

    danke für deine Rückmeldung! Ich glaube, Marshall meinte nicht so sehr ein Prahlen a la „Mein Haus, mein Auto, meine Jacht“, sondern ein tiefes Anerkennen der eigenen Stärken. Wie Du es schon beschrieben hast, dass Du acht Jahre gebraucht hast, um Dich selbst im Kreis Deiner Kollegen anzuerkennen, geht es vielen von uns. Ich kämpfe oft mit dem Glaubenssatz, nichts richtig zu können. GfK und eine „Erfolgsgeschichten“-Sponsorin haben mich für das Thema sensibler gemacht. Heute kann ich meine Erfolgsgeschichten zumindest gelegentlich erkennen und dann auch feiern.

    So long!

    Ysabelle

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