Ich hätte gern ein Paar Giraffenohren!

Unterwegs mit gewaltfreier Kommunikation – von Ysabelle Wolfe

Einfühlendes Zuhören

Jemandem Einfühlung geben, heißt mit aller Aufmerksamkeit bei der anderen Person zu sein.
Einfühlung kann bedeuten, bloß zu nicken oder mhmhmh zu sagen oder still zuzuhören, je nach der Individualität der Person, die Einfühlung gibt.

Einfühlung bedeutet, dass ich zu Besuch bei der anderen Person bin, also nicht bei mir.

Wenn mir die andere Person etwas erzählt, das sehr traurig ist, dann verstehen das manche so, dass ich auch traurig sein soll und dass ich mitfühle.

Aber darum geht es nicht. Ich kann wahrnehmen, dass die andere Person traurig ist und z. B. im Moment keinen Sinn mehr in ihrem Leben sieht und gleichzeitig muss es nichts mit meinem Gefühl zu tun haben. Ich kann zufrieden sein.

Beim Einfühlen geht es nicht ums Verstehen der Gefühle, sondern darum, bei der anderen Person zu sein.

Wenn ich jemandem Einfühlung gebe, kann es eine Hilfe sein, die Gefühle der anderen oder die Bedürfnisse der anderen Person zu vermuten. Auch wenn die Vermutungen nicht stimmen, wird die andere dadurch klarer, bzw. nennt dann das stimmige Gefühl oder Bedürfnis.

Wenn man mit seinen Gefühlen verbunden ist, wird die Stimme leiser. Wenn ich jemandem Einfühlung gebe und die Stimme bleibt gleich oder geht höher, gebe ich nicht wirklich Einfühlung.

(aus den Unterlagen zum Grundkurs „Gewaltfreie Kommunikation @Anja Kenzler)

2 Reaktionen zu “Einfühlendes Zuhören”

  1. MarkusC

    Ich verstehe den letzten Part nicht, „wenn … gebe ich nicht wirklich Einfühlung“. Magst du vielleicht erklären, wie das genau gemeint ist?

  2. Ysabelle Wolfe

    Hallo, Markus,
    der Text stammt nicht von mir, sondern von Anja Kenzler, einer zert. Trainerin aus Bremen. Ich kann daher nur vermuten, was sie meint. Ihrer Ansicht nach ist die leiser werdende Stimme das Anzeichen dafür, dass ich wirklich Empathie gebe. Das kann man natürlich auch willentlich herbeiführen, a la ich red mal leise, dann wirds schon Empathie sein… Ich hatte am Wochenende Kontakt zu einer Frau, die mich sehr unterstützen wollte und mir mehrmals Beispiele aus ihrem Leben erzählt hat. Mich hat das so in Wut gebracht, weil es mein Bedürfnis nach Gesehen werden so gar nicht unterstützt hat. Aber sie war sicher, mir Enpathie zu geben. Dabei wurde sie immer lauter…

    Ich vermute, Anjas Bemerkung soll einfach einen Indikator bieten, der uns selbst hilft zu überprüfen: Bin ich gerade wirklich empathisch?

    War das irgendwie nützlich für Dich?

    Ysabelle

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