Ich hätte gern ein Paar Giraffenohren!

Unterwegs mit gewaltfreier Kommunikation – von Ysabelle Wolfe

Sei so, wie du bist

Heute entspanne ich mich und bin in meinen Beziehungen so, wie ich bin. Ich tue das nicht in unangemessener oder herabsetzender Weise, sondern in einer Weise, die zum Ausdruck bringt, dass ich mich selbst annehme und mich als die Person schätze, die ich bin. Hilf mir, Gott, dass ich keine Angst mehr habe, ich selbst zu sein.

Melody Beattie, Kraft zum Loslassen vom 5. März

Am 17. Februar hatte ich dieses Thema angefangen. Ausgelöst wurde das Posting durch die Erzählung einer Freundin. Sie erinnerte sich an ein Geschehen aus Kindertagen, als jemand in einer bestimmten Situation zu ihr sagte „Und jetzt kommst du noch mal zur Tür herein und sagst es noch mal.“

Irgendwas kam dazwischen und so fand ich heute nur die Überschrift und diesen ersten Teil der Geschichte vor, verbunden mit dem Stichwort Augenhöhe, aber ich konnte die Originalgeschichte nicht abrufen. Das macht nichts, denn heute hatte ich selbst ein „Sei so wie du bist“-Erlebnis,

Heute habe ich eine Nachricht an jemanden geschrieben, den ich kaum kenne. In diesen Zeilen habe ich deutlich gesagt, wie es mir mit einer bestimmten Situation geht und was für mich wichtig ist.

Später habe ich die Nachricht kopiert und an eine Freundin geschickt mit der bangen Bitte um Mitteilung, ob ich zu forsch gewesen sei.
Das bestätigte sie mir gern. Ja, das war ein bisschen forsch.

In meinen freien Minuten habe ich seither gegrübelt, warum ich die Freundin um ein Urteil bitte und ihr selbst schon meines anserviere.
Und ich kam zu dem Ergebnis, dass ich Angst habe, nicht gut genug zu sein, dass mit mir, an mir etwas falsch ist. Ich soll, ich darf nicht so sein wie ich bin, weil andere mich dann vielleicht doof, forsch, kleinlich, albern oder sonstwas finden. Ich muss mich in meinem Verhalten danach ausrichten, bei anderen möglichst gut anzukommen.

Puh. 2007 habe ich mit GfK angefangen und ich betreibe es sehr ernsthaft. Und dann finde ich auf einmal diese alten Glaubenssätze, die mir so viel Schmerz verursachen. Und ich verstehe: Wenn ich mich selber auf diese Weise in Frage stelle, bewege ich mich nicht auf Augenhöhe mit meinem Gegenüber. Wenn ich mich nicht traue, mich so zu zeigen wie ich bin, mache ich mich klein und räume dem anderen Macht über mich ein. Macht über mich zu urteilen, mich richtig oder falsch zu finden. Wie will mich doch der GfK-Autor Kelly Bryson ermutigen? Sei nicht nett, sei echt!

Heute will ich mir ins Gedächtnis rufen: Mit mir ist nichts falsch. Ich darf genau so sein, wie ich bin. Wenn andere mein Verhalten schwer nehmen können, liegt das nicht in meiner Verantwortung. Ich bin verantwortlich mein mein Tun und mein Unterlassen, aber nicht für die Urteile anderer.

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