{"id":5627,"date":"2018-09-14T22:58:50","date_gmt":"2018-09-14T20:58:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=5627"},"modified":"2018-09-14T23:00:24","modified_gmt":"2018-09-14T21:00:24","slug":"in-freier-wildbahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=5627","title":{"rendered":"In freier Wildbahn"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<\/p>\n<p>Es herbstelt. Da ich ja in einer Hafenstadt lebe, ist jetzt die Zeit, in der die Boote wieder nach Hause kommen und nach und nach aus dem Wasser geholt werden. <a href=\"https:\/\/www.giraffenohren.com\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ARCA-e1536955318372.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5628\" src=\"https:\/\/www.giraffenohren.com\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ARCA-e1536955318372-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.giraffenohren.com\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ARCA-e1536955318372-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.giraffenohren.com\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ARCA-e1536955318372-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><br \/>\nIch \u00e4rgere mich dann \u00f6fter, wenn die Bootsbesitzer ihre Autos auf dem B\u00fcrgersteig parken, um nur keinen Schritt zu viel mit den Proviantkisten, dem Segelzeug und den Sitzkissen zu machen, die \u00fcber Winter nicht an Bord bleiben sollen. <\/p>\n<p>Heute beobachtete ich, wie ein Mann Sachen von (s)einem Schiff zum Auto trug. Es t\u00fcrmte sich in seinen Armen. Bei seinem n\u00e4chsten Gang konnte er wieder kaum \u00fcber den Stapel hinwegschauen. Dann kam eine Frau an Deck. Mit einem deutlichen Dialekt, den ich f\u00fcr Schweizerisch hielt, sprach sie den Mann an. Es ging anscheinend um Kleidung, die er auf dem Arm trug. &#8222;Das sind gute Sachen!&#8220; Mehrmals und eindringlich betonte sie mit zunehmender Lautst\u00e4rke, dass es sich um gute Sachen handelte. Schlie\u00dflich h\u00f6rte ich ihn sagen: &#8222;Ich lege das vorsichtig als oberstes, ok? Gut, dass Du mir das sagst!&#8220;<\/p>\n<p>Ich war so \u00fcberrascht, ich w\u00e4re fast \u00fcber Fontanes Hundeleine gestolpert! Was habe ich in diesem Hafen nicht schon alles geh\u00f6rt! Im vorigen Fr\u00fchjahr beoachtete ich ein Paar beim Ablegen ihres Segelbootes. Anscheinend sollte es in den Urlaub gehen. Der Mann schnauzte die Frau so zusammen, wenn mir das passiert w\u00e4re, ich h\u00e4tte gefordert, dass er unverz\u00fcglich anlegt und w\u00e4re von Bord gegangen. Schiffe sind eine Welt f\u00fcr sich. Der Kapit\u00e4n oder die Bootsfrau hat immer Recht, und das wird gegebenenfalls auch mit Br\u00fcllen durchgesetzt. Auch ich wurde hier schon ganz &#8222;sch\u00f6n&#8220; angefaucht, das ist jetzt allerdings schon fast ein Vierteljahrhundert her, aber trotzdem unvergessen. <\/p>\n<p>Und nun dieses Paar. Die Frau mit dem Dialekt &#8230; war sie eine erfahrene Seglerin? Beide waren mindestens in meinem Alter. Die Ruhe und die Freundlichkeit, mit der der Mann auf die immer dringender werdenden Worte der Frau reagierte, r\u00fchrten an meine Sehnsucht nach respektvollem und wertsch\u00e4tzendem Umgang miteinander. Ein Teil von mir wollte zur\u00fcckgehen zu dem Mann, der vorsichtig den Stapel Zeugs im Auto verstaute. Gern h\u00e4tte ich ihm gesagt: &#8222;Danke, dass Sie h\u00f6ren konnten, wie besorgt ihre Begleiterin um die Sachen war. Danke, dass Sie so freundlich und einf\u00fchlsam bleiben konnten, als sie immer lauter wurde.\u201c Vielleicht gibt es ja doch noch ein bisschen Hoffnung in Sachen Wertsch\u00e4tzung, Geh\u00f6rt werden und Verbindung in dieser Welt. Diese kleine Beobachtung jedenfalls hat mich wieder an meinen Traum erinnert &#8230; <\/p>\n<p>So long!<br \/>\nYsabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! Es herbstelt. Da ich ja in einer Hafenstadt lebe, ist jetzt die Zeit, in der die Boote wieder nach Hause kommen und nach und nach aus dem Wasser geholt werden. 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