{"id":5433,"date":"2017-03-14T21:38:47","date_gmt":"2017-03-14T20:38:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=5433"},"modified":"2017-03-14T21:44:53","modified_gmt":"2017-03-14T20:44:53","slug":"respekt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=5433","title":{"rendered":"*R*E*S*P*E*K*T*"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<br \/>\nHeute Morgen f\u00fchlte ich mich leidlich frisch, als ich mit Fontane die kleine Runde drehte. Gleich nach dem Aufwachen war mir ein Artikel zugeflattert, in dem stand, dass Eltern nicht mehr mit ihren Kindern <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/familie\/erziehung\/tierquaelerei-statt-tierschutz-an-alle-eltern-die-ihre-kinder-enten-fuettern-lassen-esst-euer-brot-lieber-selbst_id_5635689.html\">Enten f\u00fcttern<\/a> sollten. Ich dachte bei mir, schade! Hatte doch Marshall Rosenberg immer wieder erl\u00e4utert, wir sollten nur dann etwas geben, wenn wir es mit der gleichen Freude tun k\u00f6nnten wie ein Kind, das Enten f\u00fcttert.<br \/>\nFontane liebt alle V\u00f6gel. Deshalb hat er auch immer einen genauen Blick auf alle Enten, die bei uns sehr h\u00e4ufig anzutreffen sind. Als wir zum ersten See kamen, zog er wie verr\u00fcckt, um ans Wasser zu kommen. Dort war ein Mann mit einem Gehwagen und ein kleines M\u00e4dchen, der Mann f\u00fctterte die Enten. <a href=\"https:\/\/www.giraffenohren.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_8900-e1489517264234.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.giraffenohren.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_8900-e1489517264234-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5434\" srcset=\"https:\/\/www.giraffenohren.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_8900-e1489517264234-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.giraffenohren.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_8900-e1489517264234-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a> Das M\u00e4dchen lag die meiste Zeit auf dem Steg und zeigte kein besonderes Interesse an den Enten. Der Mann f\u00fchrte eine goldfarbene Getr\u00e4nkedose zum Mund und ich dachte, &#8222;Prost &#8230; um 8.30 Uhr &#8230; &#8220; Fontane eierte so lange im Unterholz rum, dass uns die beiden noch \u00fcberholten. Im Gehwagen lagen neben dem Toastbrot eine Packung Schokokekse und ein Sitzkissen. <\/p>\n<p>Als wir um die n\u00e4chste Ecke zottelten, kam uns eine Frau mit einem grauschwarzen Hund entgegen. Die beiden Tiere beschn\u00fcffelten sich und ich fragte, ob der Hund ein Schnauzer sei. Nein, ein Spoodle, also ein Mix aus Spaniel und Pudel. Die Frau sprach Deutsch mit starkem polnischen Akzent. Dann kam ein Mann aus der gleichen Richtung auf uns zu, wo die Frau hergekommen war. Zuerst dachte ich, die kennen sich. Bis zu dem Moment aber nicht &#8230;<br \/>\nDer Mann &#8211; sehr gepflegt gekleidet und mit Aktentasche in der Hand &#8211; wurde ziemlich deutlich. \u201eIch mag Hunde, aber ich hasse Hundehalter!\u201c Dann beschwerte er sich bei der Frau, ihr Hund h\u00e4tte genau vor sein Haus geschissen, und sie h\u00e4tte keine Anstalten gemacht, den Haufen zu beseitigen. Die Frau sagte etwas. \u201eWir schei\u00dfen auch nicht vor Ihre Haust\u00fcr! Kommen Sie mir nicht mit &#8222;ich verstehe kein Deutsch. Sie verstehen mich sehr gut. Das hat was mit Respekt zu tun, so was macht man einfach nicht&#8220;. Der Mann hatte \u00fcbrigens auch eine ausl\u00e4ndische Klangfarbe, ich tippe mal auf holl\u00e4ndisch.<br \/>\nIch griff in die Tasche und holte einen Kotbeutel raus. Ich hielt der Frau den Beutel hin und sagte, \u201evielleicht wussten Sie es nicht, die gibt es f\u00fcr alle Hundehalter kostenlos im Rathaus!\u201c Der Mann lie\u00df nicht locker und sprach noch mal \u00fcber sein Bed\u00fcrfnis nach Respekt und Sauberkeit. Er war \u00e4rgerlich, aber ich fand ihn nicht aggressiv oder bedrohlich. Und bei mir dachte ich, &#8222;was f\u00fcr eine sch\u00f6ne Energie, sein Anliegen zu vertreten!\u201c Dann sagte er zu der Spoodle-Besitzerin, \u201eGehen wir jetzt zur\u00fcck und Sie machen das weg?\u201c Das war die Gelegenheit weiter zu gehen. Ich glaube, die beiden sind dann tats\u00e4chlich den Weg zur\u00fcckgegangen. <\/p>\n<p>Auf dem Restweg nach Hause habe ich noch mal \u00fcber dieses Thema nachgedacht. Ich bin mal ziemlich angefahren worden, weil ich bei einem Hundespaziergang im Starkregen keinen Beutel mit hatte und sich der Hund an einer Stelle gel\u00f6st hatte, wo es weniger als wunderbar war. Ich bin immer sehr bem\u00fcht, ausreichend Beutel dabei zu haben. Viele Hundehaltende hier in der Stadt sind sehr bedacht darauf, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu beseitigen. Neulich beschwerte sich eine Bekannte bei mir \u00fcber einen Mann, dessen Hund einen gro\u00dfen Haufen auf den Rasen hinter der Kirche gemacht hatte. Sie hatte ihn angesprochen, einen Beutel in die Hand gedr\u00fcckt und ihn aufgefordert, die Hinterlassenschaft einzusammeln. Als er der Auf-Forderung nicht folgte, fotografierte sie ihn mit dem Handy, um ihn beim Ordnungsamt anzuzeigen.<br \/>\nDas kann ich schwer verdauen. Ich finde es auch im wahrsten Sinne des Wortes Schei\u00dfe, in Hundekot zu treten. Und gleichzeitig m\u00f6chte ich auf Freiwilligkeit und Einsicht bauen. Ich glaube, die Frau heute Morgen hat begriffen, dass das keine gute Idee war, ihren Hund vor fremder Leuts T\u00fcren sein Gesch\u00e4ft machen zu lassen. Wenn sie jetzt noch die Sache mit den kostenlosen Beuteln kapiert, ist das doch schon die halbe Miete &#8230; <\/p>\n<p>So long! <\/p>\n<p>Ysabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! Heute Morgen f\u00fchlte ich mich leidlich frisch, als ich mit Fontane die kleine Runde drehte. Gleich nach dem Aufwachen war mir ein Artikel zugeflattert, in dem stand, dass Eltern nicht mehr mit ihren Kindern Enten f\u00fcttern sollten. Ich dachte bei mir, schade! 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