{"id":5140,"date":"2015-03-26T10:17:35","date_gmt":"2015-03-26T09:17:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=5140"},"modified":"2015-12-09T22:07:13","modified_gmt":"2015-12-09T21:07:13","slug":"systemisches-konsensieren-wie-funktioniert-das-eigentlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=5140","title":{"rendered":"Systemisches Konsensieren &#8211; Wie funktioniert das eigentlich?"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000080\"><a href=\"http:\/\/systemisches-konsensieren-berlin.de\">Systemisches Konsensieren <\/a>ist ein innovativer Moderationsansatz der die Nachteile der herk\u00f6mmlichen Arten, in Gruppen eine Entscheidung zu treffen geschickt vermeidet und sich vor allem in Konfliktsituationen als besonders hilfreich erweist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080\">Wenn Menschen zusammenkommen um etwas zu bewegen oder um gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten gibt es pausenlos etwas zu entscheiden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080\">Von der <strong>weiteren Vorgehensweise<\/strong> (&#8222;Machen wir heute l\u00e4nger um alles zu schaffen?&#8220;) \u00fcber einzelne <strong>Tagesordnungspunkte<\/strong> (&#8222;F\u00fcr welchen Anbieter entscheiden wir uns?&#8220;)<strong> bis hin zur gemeinsamen Struktur<\/strong> (&#8222;Wie gehen wir damit um, wenn sich einzelne nicht an Vereinbarungen halten?&#8220;).<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080\"> Solange alle sich einig sind gibt es wenig Probleme, dann k\u00f6nnen Entscheidungen schnell und h\u00e4ufig sogar im Konsens getroffen werden. Wenn die Themen brisanter werden, die Anzahl der Optionen oder der Teilnehmer steigt oder Konflikte auftreten wird es h\u00e4ufig schwerer eine gemeinsame L\u00f6sung zu finden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline\"><span style=\"color: #000080;text-decoration: underline\">Verschiedene L\u00f6sungsans\u00e4tze lassen sich dann h\u00e4ufig beobachten:<\/span><\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"color: #000080\">Die Gruppe diskutiert solange \u00fcber die einzelnen M\u00f6glichkeiten bis einzelne frustriert aufgeben und die L\u00f6sung letztlich von den z\u00e4hesten Rednern gew\u00e4hlt wird. F\u00fcr die Gruppe ist dieser Prozess oft sehr frustrierend und tr\u00e4gt zum schlechten Image der Gruppenentscheidungen bei, die Bereitschaft, sich in Zukunft auf eine Diskussion einzulassen sinkt.<br \/>\n<\/span><span style=\"color: #000080\"><strong>Konsens durch Erm\u00fcdung.<\/strong><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000080\">Jemand aus der Gruppe \u00fcbernimmt die F\u00fchrung und schl\u00e4gt einen Weg ein &#8211; und h\u00e4ufig auch mit der Faust auf den Tisch. Auch wenn diese L\u00f6sung bedeutet, dass letztlich eine Einzelperson die ganze Gruppe dominiert sind h\u00e4ufig viele froh dar\u00fcber, dass jemand sie aus den endlosen Diskussionen rettet.<br \/>\n<strong>Der Chef entscheidet.<\/strong><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000080\">Die Gruppe entscheidet sich f\u00fcr eine formale Abstimmung zwischen den Optionen. Dabei gilt h\u00e4ufig die <strong>einfache Mehrheitswahl<\/strong> weil nichts anderes gemeinsam vereinbart wurde.<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"color: #000080\">Die ersten beiden Varianten entsprechen eher einem informellen Entscheidungsprozess oder sind Ausdruck bestehender Machthierarchien. Variante 3 ist zwar von der Gruppe formal legitimiert, birgt aber auch einige T\u00fccken, die sich mit dem Systemischen Konsensieren leicht vermeiden lie\u00dfen. Je nachdem wieviele Optionen zur Verf\u00fcgung stehen und wie gewichtig die Frage ist kann die Gruppe zwischen Schnellkonsensieren, Auswahlkonsensieren und vertieftem Konsensieren w\u00e4hlen um ein Problem zu l\u00f6sen.<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #000080\"> <strong>Ein Beispiel zum Auswahlkonsensieren<\/strong><\/span><\/h3>\n<p><span style=\"color: #000080\"> <a style=\"color: #000080\" href=\"http:\/\/systemisches-konsensieren-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/IMG_1546.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-156\" src=\"http:\/\/systemisches-konsensieren-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/IMG_1546-300x212.jpg\" alt=\"IMG_1546\" width=\"300\" height=\"212\" \/><\/a>Am gemeinsamen Arbeitsplatz der Gruppe soll ein Bild aufgeh\u00e4ngt werden das von einem regionalen Kunstsammler zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Die Gruppe ist sich einig, dass sie auf jeden Fall eines aufh\u00e4ngen wollen um die Athmosph\u00e4re im Raum zu verbessern. Wenn sie sich nicht einigen k\u00f6nnen entscheidet der Kunstsammler, welches er aufh\u00e4ngen wird. Zur Auswahl stehen 8 verschiedene Bilder.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080\"><a style=\"color: #000080\" href=\"http:\/\/systemisches-konsensieren-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/IMG_1568.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-157\" src=\"http:\/\/systemisches-konsensieren-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/IMG_1568-200x300.jpg\" alt=\"IMG_1568\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a>Bei der sogenannten demokratischen Abstimmung hat jede Person eine Stimme f\u00fcr ihre bevorzugte Option. Die Option, die am meisten Stimmen bekommt, gilt als gew\u00e4hlt. In unserer Beispielgruppe sah die Abstimmung so aus, dass von den 8 Mitgliedern fast jeder ein bestimmtes, individuelles Bild bevorzugen w\u00fcrde, zwei Personen hatten dasselbe Lieblingsbild. Formal w\u00fcrde also Bild G mit 2 Stimmen als gew\u00e4hlt gelten.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080\"> Hier zeigt sich, dass <strong>das Mehrheitsprinzip<\/strong> wie wir es kennen nicht in der Lage ist, mit vielen Optionen umzugehen &#8211; um eine \u00fcberzeugende Mehrheit zu vereinen muss die Anzahl der Optionen auf 2-3 reduziert werden. Es <strong>versagt also bereits bei banalen Fragestellungen.<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080\"> H\u00e4ufig erfolgt deswegen eine Stichwahl zwischen den beiden f\u00fchrenden Kandidaten oder es wird direkt eine Ja\/Nein Frage gestellt: &#8222;Soll DIESES Bild aufgeh\u00e4ngt werden? Wer ist daf\u00fcr, wer dagegen?&#8220;)<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080\"> Auf diese Weise werden zus\u00e4tzlich k\u00fcnstliche Fronten geschaffen, ich fange an, um Zustimmung f\u00fcr mein Lieblingsbild zu k\u00e4mpfen, Allianzen zu suchen und gegen andere vorzugehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080\"><a style=\"color: #000080\" href=\"http:\/\/systemisches-konsensieren-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/IMG_1569.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-158\" src=\"http:\/\/systemisches-konsensieren-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/IMG_1569-274x300.jpg\" alt=\"IMG_1569\" width=\"274\" height=\"300\" \/><\/a>Ganz anders bei der Bewertung mit <strong>Widerstandsstimmen<\/strong>. Hier ist die Idee, dass jede\/r f\u00fcr jede Option 10 Widerstandsstimmen (W-Stimmen) vergeben kann, und zwar abh\u00e4ngig davon, wie gro\u00df die eigenen Bedenken w\u00e4ren, w\u00fcrde diese Option umgesetzt.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080\"> Hier zeigt sich am selben Beispiel eine ganz andere Verteilung.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080\"> Offentsichlich k\u00f6nnten die meisten Mitglieder der Gruppe mit Bild A ganz gut leben. Ein Kampf um Zustimmung er\u00fcbrigt sich, jeder m\u00f6chte lieber die Widerst\u00e4nde der anderen reduzieren und wird schnell lernen, dass das nur durch Entgegenkommen m\u00f6glich ist. Auf diese Weise sind vielf\u00e4ltige Optionen m\u00f6glich, die die Wirklichkeit wesentlich besser abbilden als Schwarz-\/Wei\u00dfe Ja\/Nein Fragen. Konflikte werden nicht k\u00fcnstlich erzeugt und verst\u00e4rkt sondern durch die Systemeigenen Regeln abgebaut.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080\"><strong>Wie es wirkt<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080\">Schluss mit&#8230;<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #000080\">endlosen Diskussionen<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000080\">unzufriedenen Gruppenmitgliedern<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000080\">halbgaren Kompromissen<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"color: #000080\">Das \u201eSystemische Konsensieren\u201c f\u00fchrt unabh\u00e4ngig von moralischen Appellen oder Regeln nahezu automatisch zu einer Verhaltens\u00e4nderung in der ganzen Gruppe:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080\">Statt einem Kampf gegeneinander f\u00fchrt es zu mehr Miteinander bei der L\u00f6sungssuche.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080\"> Der Name weist auf das Ziel hin, eine L\u00f6sung zu finden, die einem Konsens m\u00f6glichst nahe kommt, aber ohne den Druck, ihn erreichen zu m\u00fcssen. Damit sind Entscheidungen tragf\u00e4higer, es gibt keine Sieger und Verlierer mehr!<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080\">Mehr Infos auf <a style=\"color: #000080\" href=\"http:\/\/systemisches-konsensieren-berlin.de\">systemisches-konsensieren-berlin.de\/<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Systemisches Konsensieren ist ein innovativer Moderationsansatz der die Nachteile der herk\u00f6mmlichen Arten, in Gruppen eine Entscheidung zu treffen geschickt vermeidet und sich vor allem in Konfliktsituationen als besonders hilfreich erweist. Wenn Menschen zusammenkommen um etwas zu bewegen oder um gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten gibt es pausenlos etwas zu entscheiden. 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