{"id":4919,"date":"2014-06-15T10:17:22","date_gmt":"2014-06-15T08:17:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4919"},"modified":"2014-06-15T10:19:31","modified_gmt":"2014-06-15T08:19:31","slug":"die-haltung-der-gfk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4919","title":{"rendered":"Die Haltung der GfK"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<br \/>\nZum Jahreswechsel oder zum Start ins neue Jahr plane ich mit einem Kollegen ein Seminar. Wir sind ein bisschen um die Themen geschlichen, klar war, dass wir etwas Vertiefendes wollten, etwas f\u00fcr Menschen, die schon GfK-Erfahrung mitbringen. Vielleicht f\u00fcr Zertifizierungskandidaten (und ab zehn Seminartagen bei zertifizierten Trainern kann man sich f\u00fcr die Zertifizierung registrieren). Empathie, Selbstempathie, das war es nicht. Und dann machte es pl\u00f6tzlich bei uns beiden *klick*. Die Haltung der GfK. Das ist es.<br \/>\nNun bewege ich seit zwei Tagen in meinem Herzen die Frage: Was ist f\u00fcr mich die Haltung der GfK? Ich kann reihenweise Beispiele aufz\u00e4hlen, bei denen ich eben diese Haltung vermisse. Ein Trainer, der nach einem durchaus wohlwollenden und unterst\u00fctzenden Feedback die Nerven verliert, herunter gelassene Rolladen im Konflikt, Durchschweigen (das kenne ich aus meiner Kindheit und sp\u00fcre es direkt als k\u00f6rperlichen Schmerz). Impulskontrolle. Affektkongruenz. Hier lohnt sich doch gleich wieder ein Besuch bei Wikipedia (oder bei mir&#8230;)<\/p>\n<blockquote><p>Der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Affekt\">Affekt<\/a> (von lat. afficere: antun; in einen Zustand versetzen; mit etwas erf\u00fcllen, versehen) ist eine Gem\u00fctserregung (englisch: occurring emotion etwas, das einem passiert).[1] Sie hat eine Ausdrucksdimension, eine k\u00f6rperliche Dimension und eine motivationale Dimension. Ein L\u00e4cheln kann beispielsweise ein Ausdruck f\u00fcr den Affekt Sympathie sein, Err\u00f6ten, im k\u00f6rperlichen Bereich, bezeichnend f\u00fcr den Affekt Scham und die Bereitschaft, mit der Faust auf den Tisch zu hauen, eine charakteristische Motivation aus dem Affekt Zorn heraus sein.[2]<\/p>\n<p>Affekt ist eine besondere Qualit\u00e4t des F\u00fchlens. Die definierenden Merkmale sind eine relative Quantit\u00e4t \u2212 in Relation zur Grundstimmung, und eine Akzidenz der Erregung. Seine jeweilige Benennung (zum Beispiel Eifersucht, Trauer, Neugier usw.) erh\u00e4lt der Affekt von der Emotion, die er in Gang bringt und der er sprachlich zugeordnet wird. So kann zum Beispiel Eifersucht nicht nur in Gestalt des Affektes auftreten, sondern auch als Gef\u00fchl, als Zwangsgedanke, als Motiv usw. Aus dem Kontext der sprachlichen Verwendung (zum Beispiel rasende Eifersucht) geht dann hervor, ob Affekt oder eine andere Qualit\u00e4t von Gem\u00fctsbewegung gemeint ist. Affektiv (synonym: emotional) wird somit ein Verhalten genannt, das \u00fcberwiegend von der Gem\u00fctserregung und weniger von kognitiven Prozessen bestimmt wird.<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Affekt wird definiert als Gef\u00fchls- und Gem\u00fctsbewegung von gro\u00dfer Brisanz, geringer Latenz und energisierender Dynamik (Motivation), einhergehend mit eingeengter Wahrnehmung (Aufmerksamkeitsverzerrungen und Tunnelblick), ggf. einer \u00dcberforderung der Willenskontrolle und starker Ausdruckskraft. Dazu kommt eine Beteiligung des motorischen und vegetativen Nervensystems sowie eine Beteiligung des Systems der sog. Botenstoffe und der Hormone. Vereinfacht gesagt handelt es sich um ein psychosomatisches Ereignis mit kommunikativen, motivationalen und kognitiven Folgen.[16] Positiver Affekt geht bspw. mit verst\u00e4rktem L\u00e4cheln, Ann\u00e4herungsverhalten und heuristischer Informationsverarbeitung einher, negativer Affekt mit missbilligendem Gesichtsausdruck, Vermeidungsverhalten und systematischer Informationsverarbeitung.<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Besteht zwischen den Ausdrucksmerkmalen und dem dahinterliegenden Gef\u00fchlszustand ein Widerspruch, so ist dies ein inad\u00e4quater Affekt. Bei gr\u00f6\u00dferen und raschen Wechseln zwischen den Ausdrucksmerkmalen wird von einer Affektlabilit\u00e4t gesprochen, zu unterscheiden von Affektinkontinenz.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und dazu noch einmal eine Perle zur <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Impulskontrolle\">Impulskontrolle<\/a>, auch Selbstregulation genannt:<\/p>\n<blockquote><p>Selbstregulation umfasst u. a. den mentalen Umgang mit Gef\u00fchlen und Stimmungen (s. Emotionsregulation) und die F\u00e4higkeiten, Absichten durch zielgerichtetes und realit\u00e4tsgerechtes Handeln zu verwirklichen (z. B. Selbstwirksamkeit) sowie kurzfristige Befriedigungsw\u00fcnsche l\u00e4ngerfristigen Zielen unterzuordnen (s. Selbstdisziplin, Selbstkontrolle). Gut ausgepr\u00e4gte F\u00e4higkeiten zur Selbstregulation setzen (im neuropsychologischen Sprachgebrauch) intakte exekutive Funktionen voraus.<\/p><\/blockquote>\n<p>Vor ein paar Wochen habe ich einen Block mit Feedback-Formularen entwickelt. Darin sind einige Denkanst\u00f6\u00dfe zum Thema Haltung der GfK versteckt:<\/p>\n<p>Hier eine Kostprobe:<\/p>\n<ul>\n<li>Bezieht \u00a0sich \u00a0ehrlich \u00a0auf \u00a0sich \u00a0und \u00a0andere, \u00a0ist \u00a0verbunden \u00a0mit \u00a0eigenen Gefu\u0308hlen \u00a0und \u00a0Bedu\u0308rfnissen \u00a0und \u00a0kann \u00a0diese \u00a0ausdru\u0308cken.<\/li>\n<li>Ist \u00a0fa\u0308hig, \u00a0mit \u00a0sich \u00a0selbst \u00a0in \u00a0Verbindung \u00a0zu \u00a0bleiben, wenn \u00a0er\/sie \u00a0\u201enegatives\u201c \u00a0Feedback erha\u0308lt.<\/li>\n<li>Bemerkt, \u00a0wenn \u00a0sich \u00a0das \u00a0eigene \u00a0Herz \u00a0verschlie\u00dft \u00a0oder \u00a0der \u00a0Wunsch entsteht, \u00a0eine \u00a0anderen \u00a0zu \u00a0verletzen,<br \/>\nentscheidet \u00a0sich \u00a0aber \u00a0bewusst \u00a0in \u00a0Einklang \u00a0mit \u00a0den \u00a0eigenen \u00a0Werten \u00a0zu \u00a0sprechen \u00a0und \u00a0zu \u00a0handeln.<\/li>\n<li>Ist \u00a0verla\u0308sslich: \u00a0macht, \u00a0ha\u0308lt \u00a0und \u00a0bricht \u00a0Vereinbarungen \u00a0sorgsam, bewusst \u00a0und \u00a0verantwortungsvoll.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\nIch merke, dass ich das Thema tats\u00e4chlich am einfachsten an Negativbeispielen festmachen kann: Wenn jemand bei auftretenden Interpretationsgef\u00fchlen nicht mit Leichtigkeit in echte Gef\u00fchle und Bed\u00fcrfnisse \u00fcbersetzen kann (meine Mutter hat mich gedem\u00fctigt), wenn jemand sich in negativen Gedanken oder Erwartungen verf\u00e4ngt und nicht in die Realit\u00e4t zur\u00fcck findet (meine Beziehung wird zerbrechen, wenn ich mich so und so verhalte), wenn jemand sich aus (alter) Angst nicht f\u00fcr sich einsetzt. <\/p>\n<p>Die Haltung der Gewaltfreien Kommunikation hat f\u00fcr mich fundamental etwas mit Verantwortung zu tun. Ich \u00fcbernehme Verantwortung f\u00fcr mich und meine Gef\u00fchle. Melody Beattie schreibt dazu in ihrem Buch &#8222;Die Sucht gebraucht zu werden&#8220;: <\/p>\n<blockquote><p>Ich bin verantwortlich dafu\u0308r, ob ich lebe oder nicht lebe. Ich bin verantwortlich dafu\u0308r, nach meinem geistigen, emotionalen, ko\u0308rperlichen und finanziellen Wohlergehen zu streben. Ich bin verantwortlich dafu\u0308r, meine Bedu\u0308rfnisse zu er- kennen und zu befriedigen. Ich bin verantwortlich dafu\u0308r, meine Probleme zu lo\u0308sen oder mit meinen Problemen leben zu lernen, die ich nicht lo\u0308sen kann. Ich bin verantwortlich fu\u0308r meine Entscheidungen. Ich bin verantwortlich dafu\u0308r, was ich gebe oder empfange. Ich bin auch dafu\u0308r verantwortlich, mir Ziele zu setzen und sie zu erreichen. Ich bin verantwortlich dafu\u0308r, wie sehr ich das Leben genie\u00dfe, wie viel Freude ich an ta\u0308glichen Aktivita\u0308ten finde. Ich bin verantwortlich dafu\u0308r, wen ich liebe und wie ich mich entscheide, diese Liebe auszudru\u0308cken. Ich bin verantwortlich dafu\u0308r, was ich anderen antue und dafu\u0308r, was ich anderen erlaube mir anzutun.<\/p><\/blockquote>\n<p>Was f\u00fcr ein Hammer-Thema f\u00fcr ein Seminar! Boah! Ich freu mich drauf! <\/p>\n<p>So long!<\/p>\n<p>Ysabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! Zum Jahreswechsel oder zum Start ins neue Jahr plane ich mit einem Kollegen ein Seminar. Wir sind ein bisschen um die Themen geschlichen, klar war, dass wir etwas Vertiefendes wollten, etwas f\u00fcr Menschen, die schon GfK-Erfahrung mitbringen. 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