{"id":4911,"date":"2014-06-13T22:58:31","date_gmt":"2014-06-13T20:58:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4911"},"modified":"2014-06-13T23:03:19","modified_gmt":"2014-06-13T21:03:19","slug":"die-made","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4911","title":{"rendered":"Die Made"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Die Made<\/strong><\/p>\n<p>Hinter eines Baumes Rinde<br \/>\nwohnt die Made mit dem Kinde.<\/p>\n<p>Sie ist Witwe, denn der Gatte,<br \/>\nden sie hatte, fiel vom Blatte.<br \/>\nDiente so auf diese Weise<br \/>\neiner Ameise als Speise.<\/p>\n<p>Eines Morgens sprach die Made:<br \/>\n&#8222;Liebes Kind, ich sehe grade,<br \/>\ndr\u00fcben gibt es frischen Kohl,<br \/>\nden ich hol. So leb denn wohl!<\/p>\n<p>Halt, noch eins! Denk, was geschah,<br \/>\ngeh nicht aus, denk an Papa!&#8220;<\/p>\n<p>Also sprach sie und entwich. &#8211;<br \/>\nMade junior aber schlich hinterdrein;<br \/>\ndoch das war schlecht!<br \/>\nDenn schon kam ein bunter Specht<br \/>\nund verschlang die kleine fade<br \/>\nMade ohne Gnade. Schade!<\/p>\n<p>Hinter eines Baumes Rinde<br \/>\nruft die Made nach dem Kinde &#8230;.<\/em><br \/>\n<em>Heinz Erhardt<\/em><\/p>\n<p>Hallo, Welt!<br \/>\nMaden in der K\u00fcche&#8230; Ich war ja zehn Tage nicht im Haus und gestern entdeckte meine Freundin neben dem M\u00fclleimer einige wei\u00dfe Maden auf dem Fu\u00dfboden. Es hat sie gesch\u00fcttelt und ich bin schnell dazu gesprungen, um ihr zu helfen, den M\u00fcllbeutel in einen weiteren M\u00fcllbeutel zu stopfen und die ganze Gegend um den M\u00fclleimer keimfrei zu machen. Dabei gingen meine Gedanken zur\u00fcck ins Jahr 2008 oder so, als ich in einer K\u00fcchenschublade einen schweren K\u00e4ferbefall entdeckte. In meiner Not habe ich damals den Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfer gerufen, der mit der chemischen Keule daf\u00fcr sorgte, dass diese Tiere sich nicht mehr bei mir wohlf\u00fchlen. \u201eKein Problem\u201c, sagte er damals. \u201eDas passiert \u00f6fter in Haushalten, die Bioprodukte kaufen und nicht sofort komplett aufessen&#8230;\u201c Ausl\u00f6ser war ein M\u00fcsli gewesen.<br \/>\nDamals war mir so \u00fcbel, ich h\u00e4tte mich fast in die krabbelnde Schublade \u00fcbergeben. Gestern habe ich gemerkt, dass ich mich nicht vom Ekel &#8222;angreifen&#8220; lie\u00df. Ich konnte mich an fr\u00fcheren Ekel erinnern, aber ziemlich klar diese Gef\u00fchle\/Gedanken beiseite stellen.<br \/>\nAls fr\u00fchere Polizeireporterin hatte ich \u00fcber Jahrzehnte mein Herz gegen schlimme Sachen verh\u00e4rtet, die ich in meinem Beruf zu sehen bekommen hatte. Ich habe unendlich viele Leichenfotos auf dem Tisch gehabt, selber manches Mal daneben gestanden, wenn Tote geborgen wurden. Diese &#8222;Kaltschn\u00e4uzigkeit&#8220; nehme ich leider immer wieder bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen (\u00c4rzte, Pflegepersonal) wahr und h\u00f6re als Begr\u00fcndung h\u00e4ufig, sie m\u00fcssten sich auf diese Weise vor dem Schmerz sch\u00fctzen. So habe ich es fr\u00fcher auch mit den w\u00fcsten Fotos gemacht.<br \/>\nHeute wei\u00df ich, dass ich meine schmerzhaften Erfahrung geradezu abgespalten hatte, denn vor ein paar Jahren kam ich damit \u00fcberraschend in Verbindung und kann heute viele Dinge nicht mehr so &#8222;ruhig&#8220; ansehen wie noch 2002. <\/p>\n<p>Das mit den kleinen wei\u00dfen W\u00fcrmchen in meiner K\u00fcche war anders. Ich konnte genau sp\u00fcren, dass ich eine Wahl hatte. Ich konnte Gedanken denken, die in mir Ekel ausgel\u00f6st h\u00e4tten, &#8222;iiiihhh, Maden&#8230; widerlich&#8230;&#8220; oder einfach nur denken, &#8222;oh, hier sind Maden auf dem K\u00fcchenfu\u00dfboden&#8220;. Ich freue mich wirklich dar\u00fcber, denn das ist f\u00fcr mich ein erneutes Zeichen f\u00fcr meine These, dass es nicht die Ereignisse an sich sind, die mir &#8222;Gef\u00fchle machen&#8220;, sondern das, was ich dar\u00fcber denke. Und mich von diesem Denken nicht mehr auf die B\u00e4ume jagen zu lassen, begeistert mich! <\/p>\n<p>So long!<br \/>\nYsabelle <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Made Hinter eines Baumes Rinde wohnt die Made mit dem Kinde. Sie ist Witwe, denn der Gatte, den sie hatte, fiel vom Blatte. Diente so auf diese Weise einer Ameise als Speise. Eines Morgens sprach die Made: &#8222;Liebes Kind, ich sehe grade, dr\u00fcben gibt es frischen Kohl, den ich hol. So leb denn wohl! 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