{"id":4381,"date":"2013-01-28T21:54:35","date_gmt":"2013-01-28T20:54:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4381"},"modified":"2013-01-28T21:58:07","modified_gmt":"2013-01-28T20:58:07","slug":"frohes-schaffen-mythos-arbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4381","title":{"rendered":"Frohes Schaffen&#8230; Mythos Arbeit"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<br \/>\nNeulich Abend wurde in der ZDF-Sendung \u201eAspekte\u201c der Film <a href=\"http:\/\/www.hupefilm.de\/dokumentarfilm\/frohes_schaffen.php\">\u201eFrohes Schaffen\u201c<\/a> vorgestellt, der mich sehr nachdenklich gestimmt hat. Im vergangenen Jahr habe ich mich recht intensiv mit dem Mythos Arbeit auseinandergesetzt, denn seit 1983 war meine Arbeit mein Leben, meine t\u00e4gliche Herausforderung, meine Struktur, meine Belohnung. Arbeit als Strategie lieferte mir Lebensunterhalt, Gemeinschaft mit Kollegen, gelegentlich Wertsch\u00e4tzung und Verbindung, an einem Strang ziehen und Sinnhaftigkeit. Seit ich im Januar 2012 von meinem langj\u00e4hrigen Arbeitgeber auf Null gesetzt wurde, stand diese Strategie auf dem Pr\u00fcfstand.<br \/>\nDer Film stellt die These auf, dass wir entwicklungsgeschichtlich eigentlich nur auf drei Stunden Arbeit pro Tag ausgerichtet sind. Alles dar\u00fcber hinaus ist Mythos, Religion, hierarchischer Druck. Da ich ja auch in einem Arbeitslosenprojekt unterrichte, erlebe ich hautnah mit, wie es ist, wenn man \u00fcber Jahre ausgesteuert ist aus diesem System&#8230;<br \/>\nIch merke, dass das Thema Arbeit total schambesetzt ist. &#8222;Man&#8220; muss doch 40 Stunden die Woche arbeiten, wenn man ein n\u00fctzliches Mitglied der Gesellschaft sein will. \u201eMan\u201c kann doch nicht einfach die Erwerbst\u00e4tigkeit einstellen! Es gibt doch einen Grund, warum M\u00e4nner in eine schwere Sinnkrise geraten, wenn sie in Rente gehen. Ich hatte unl\u00e4ngst im Coaching einen Burnout-Patienten, der verzweifelt darum ringt, wieder &#8222;arbeitsf\u00e4hig&#8220; zu sein. Und eine junge Mutter, die an sich den Anspruch stellt, stets eine perfekt geputzte Wohnung zu haben und immer Zeit und Geduld f\u00fcr die Kinder. Denn wenn sie das nicht &#8222;leistet&#8220;, hat sie kein Recht darauf, zu Hause zu sein. <\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine irre Vorstellung, nur noch zu tun, was ich will! Ich w\u00fcrde nicht mehr in \u00f6den Meetings rumsitzen, in denen ich nicht gesehen und geh\u00f6rt werde. Ich m\u00fcsste keine Belege mehr f\u00fcrs Finanzamt sortieren. Ich m\u00fcsste nicht mehr solche unerfreulichen Telefonate mit dem Jobcenter f\u00fchren wie das von heute Nachmittag. Ich w\u00fcrde ein tieferes Gesp\u00fcr daf\u00fcr entwickeln, was mir wirklich Freude macht. Ich w\u00fcrde immer noch meine Blusen b\u00fcgeln, denn ich b\u00fcgele gern. Ich w\u00fcrde immer noch Schnee schippen, denn ich m\u00f6chte, dass Menschen heil nach Hause kommen. Ich w\u00fcrde auch bei meiner alten Nachbarin fegen, denn sie unterst\u00fctzt mich das ganze Jahr, indem sie meine Post annimmt. Ich w\u00fcrde nicht putzen, denn Putzen ist f\u00fcr mich ganz schrecklich. Vielleicht kann ich B\u00fcgeln gegen Putzen tauschen? Und trotzdem&#8230;. bei dem Gedanken, nie wieder einen festen Job zu finden, wird mir ganz beklommen. Ich muss doch mein Obdach bezahlen, mein Essen, Haarshampoo, Internet&#8230; Und der Preis daf\u00fcr? Dinge tun, die mir keine Freude machen. Mehr arbeiten als mir gut tut. Faule Kompromisse eingehen&#8230; Da muss es doch noch etwas anderes geben! <\/p>\n<p>Ich bin an Eurer Meinung zu dem Thema interessiert. Lebt Ihr, um zu arbeiten? Oder arbeitet Ihr, um zu leben? Welchen Stellenwert hat die Arbeit in Eurem Alltag, in Eurem Leben? <\/p>\n<p>So long! <\/p>\n<p>Ysabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! Neulich Abend wurde in der ZDF-Sendung \u201eAspekte\u201c der Film \u201eFrohes Schaffen\u201c vorgestellt, der mich sehr nachdenklich gestimmt hat. Im vergangenen Jahr habe ich mich recht intensiv mit dem Mythos Arbeit auseinandergesetzt, denn seit 1983 war meine Arbeit mein Leben, meine t\u00e4gliche Herausforderung, meine Struktur, meine Belohnung. 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