{"id":4143,"date":"2012-07-22T12:10:09","date_gmt":"2012-07-22T10:10:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4143"},"modified":"2012-07-22T12:10:09","modified_gmt":"2012-07-22T10:10:09","slug":"und-immer-wieder-verbindung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4143","title":{"rendered":"Und immer wieder: Verbindung&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<br \/>\nVor ein paar Wochen hatte ich einige Leute gebeten, ob ich mich ihrer \u00dcbungsgruppe anschlie\u00dfen d\u00fcrfe. Just zu meinem Geburtstag kam die Absage. Man brauche einen gesch\u00fctzten Raum zum \u00dcben und Lernen, ein erfahrener GfK&#8217;ler st\u00f6re da nur (frei \u00fcbersetzt).<br \/>\nIch habe eine Woche gebraucht, um diese Mail lesen zu k\u00f6nnen und mich mit den wunderbaren Absichten hinter dieser Nachricht zu verbinden. Ich habe dann schwer darum zu ringen, nichts &#8222;falsch gemacht&#8220; zu haben, oder, schlimmer noch, falsch zu sein. Und da gr\u00fc\u00dft sie schon wieder, die Scham! Es dauert jedenfalls immer ein bisschen, bis ich aus diesem Loch herausgekrabbelt bin. Die Absage wirkte auf mich wie eine T\u00fcr, die ins Schloss f\u00e4llt, auch noch feste von innen zugehalten wird. Und beim Bebr\u00fcten der Nachricht ist mir klargeworden, dass nicht die Absage an sich am meisten schmerzt. Es kann ja viele gute Gr\u00fcnde geben, warum man in der bisherigen Konstellation weiter machen m\u00f6chte. Was so schwierig ist, ist dass es keine Verbindung gibt. Heute erkl\u00e4re ich den Satz:<br \/>\n<strong>&#8222;Wie geht es dir damit?&#8220;<\/strong><br \/>\nf\u00fcr den wichtigsten in der deutschen Sprache. Denn er &#8211; aus dem Herzen gesprochen \u2013 besagt: Du bist mir wichtig. Deine Bed\u00fcrfnisse sind mir nicht egal. Er vers\u00fc\u00dft das Nein, indem ein JA zur Verbindung bleibt. Beim Nachdenken \u00fcber diese Zusammenh\u00e4nge komme ich mit einer tiefen Traurigkeit in Kontakt. Wie sehr hat mir das in meinem Leben gefehlt, die Schleife vom &#8222;Was brauche ich UND was brauchst du? Wie geht es mir UND wie geht es dir?&#8220; Wenn keine Verbindung besteht, sp\u00fcre ich schnell eine tiefe Not, einen Schmerz, eine Verzweiflung, die mit Sicherheit ihren Ursprung nicht in 2012 hat sondern eher 1960. Und da war &#8222;kein Kontakt&#8220; auch immer mit akuter Lebensgefahr verbunden. Meine schwer kranke Mutter war damals oft wie bet\u00e4ubt, nicht ansprechbar, und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie angstbesetzt das war, wenn sie sich nicht bewegte, kein Lebenszeichen von sich gab. <\/p>\n<p>Ich habe ein paar Freunde, die ich nur selten sehe oder spreche. Einer lebt nahe M\u00fcnchen. Manchmal h\u00f6ren wir ein halbes Jahr nichts voneinander. Aber ich habe keine Angst, dass unsere Beziehung darunter leidet. Sie ist gesetzt. Da hat es einmal ein Erlebnis gegeben, wo dieser Mann in einer Situation f\u00fcr mich da war, in der ich wahrscheinlich eher  nicht ans Telefon gegangen w\u00e4re. Und wenn ich in den vergangenen zehn Jahren Angst um die Stabilit\u00e4t der Beziehung hatte, erinnerte ich mich an diese Situation und konnte mich wieder entspannen. Auch meinen Freund Helmuth sehe und h\u00f6re ich nur alle Jubeljahre. Und gleichzeitig wei\u00df ich: Wenn bei mir die H\u00fctte brennt, ihn kann ich immer anrufen, mich zumuten. Erfreulicherweise geht es mir auch mit meiner Freundin Tabasco so. Gerade neulich habe ich sie \u00fcberfallen: Kann ich Morgen Nacht bei dir schlafen? Hurra, das klappt! Und dann gibt es Menschen, die tauchen einfach unter, sind weg, so unerreichbar als lebten sie auf Beteigeuze. Selbst wenn ich sie anrufe, bekomme ich keinen Kontakt, selbst wenn sie auf eine SMS antworten, gibt es keine Verbindung. *kreisch* . Das macht was mit mir!<br \/>\nBei Helmuth, Tabasco, Berliner Freunden und einigen anderen Menschen habe ich den Eindruck, die T\u00fcr zu ihnen ist immer auf, auch wenn wir nichts voneinander h\u00f6ren. Bei anderen habe ich den Eindruck, die T\u00fcr ist fest verrammelt. In meinem Gehirn rappelt es gerade: Was ist die Beobachtung dazu? Vielleicht, wenn Anfragen nicht oder nur einsilbig beantwortet werden. Wenn es auf der anderen Seite (gerade in diesem Moment) keine Offenheit gibt, aber eben auch keine Verbindung. Also: Wenn der andere nichts von sich preisgibt: Warum ist es gerade so mit mir? Ich will dir erm\u00f6glichen, das zu verstehen. Ich erlebe das als Bedrohung, und fast bin ich wieder das kleine M\u00e4dchen, das sagt, Mami, mach doch mal die Augen auf&#8230;<br \/>\nHeute ist es nicht einmal mehr meine Lieblingsstrategie, gerade von diesen &#8222;verschlossenen&#8220; Menschen gesehen und geh\u00f6rt zu werden. Es ist eine erprobte Strategie, vermutlich ein verzweifelter Versuch, die Wunden der Kindheit zu heilen. Aber statt mich an Menschen abzuarbeiten, mit denen ich keine verl\u00e4ssliche Verbindung, keine offene T\u00fcr etablieren kann, habe ich heute die Wahl, mich dorthin zu wenden, wo es f\u00fcr mich immer einen Platz gibt. Es f\u00e4llt mir nur an manchen Tagen so schwer, daran zu glauben&#8230; <\/p>\n<p>So long!<br \/>\nYsabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! Vor ein paar Wochen hatte ich einige Leute gebeten, ob ich mich ihrer \u00dcbungsgruppe anschlie\u00dfen d\u00fcrfe. Just zu meinem Geburtstag kam die Absage. Man brauche einen gesch\u00fctzten Raum zum \u00dcben und Lernen, ein erfahrener GfK&#8217;ler st\u00f6re da nur (frei \u00fcbersetzt). 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