{"id":4127,"date":"2012-07-15T14:18:14","date_gmt":"2012-07-15T12:18:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4127"},"modified":"2012-07-15T14:22:42","modified_gmt":"2012-07-15T12:22:42","slug":"ein-rucksack-voller-steine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4127","title":{"rendered":"Ein Rucksack voller Steine"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<br \/>\nGerade hatte ich ein wunderbares Gespr\u00e4ch mit einer Bremer GfK-Freundin, und gestern Abend sp\u00e4t erreichte mich eine Antwort-Mail von Gabriel. Beides l\u00f6st wunderbar wohlige Gef\u00fchle aus: Gesehen werden (ohne beurteilt zu sein), Wertsch\u00e4tzung, Verbindung, eine himmlische Leichtigkeit, Gemeinschaft, Unterst\u00fctzung, aufgehoben sein&#8230; Dabei nehme ich mich selbst im Augenblick eher schwer wahr, als sei ich mit einem Rucksack voller Steine unterwegs. <\/p>\n<p>Ich bin wieder bei der Matrix. <\/p>\n<p>Heute geht es ums Thema:<br \/>\n<strong>Pr\u00e4senz; in der Gegenwart sein<\/strong><br \/>\naufmerksam sein fu\u0308r das, was im Augenblick passiert. Nicht in Gedanken verloren oder in emotionalen Reaktionen<\/p>\n<p><em>Ungelernt<\/em><br \/>\nKein Wissen u\u0308ber die F\u00e4higkeit.<br \/>\nUnbewusst Inkompetent<br \/>\nUnbewusst verloren in der Vergangenheit oder in der Zukunft; Identifikation mit Denken und Handeln<\/p>\n<p><em>Erwacht<\/em><br \/>\nDie F\u00e4higkeit wird bewusst wahrgenommen.<br \/>\nBewusst inkompetent<br \/>\nKenntnis u\u0308ber die Unterscheidung zwischen wachsam erkennen was eigentlich passiert und in Gedanken verloren sein.<\/p>\n<p><em>Kompetent<\/em><br \/>\nDie F\u00e4higkeit kann mit bewusstem Bem\u00fchen angewendet werden. Bewusst kompetent.<br \/>\nIn der Lage, Gedanken und Gef\u00fchle zu erkennen und darauf einzugehen, bewusst zu antworten, statt zu reagieren,<br \/>\nzur Aufmerksamkeit zur\u00fcckzukehren, wenn Gedankenverlorenheit bewusst wird. <\/p>\n<p><em>Integriert<\/em><br \/>\nNat\u00fcrliche Anwendung der F\u00e4higkeit, mit Leichtigkeit und im Fluss. Unbewusst kompetent.<br \/>\nEntspannte Wachheit in Bezug auf das, was in jedem Moment geschieht, mit einem tiefen Sinn<br \/>\nf\u00fcr Absicht und Wahlfreiheit. Ofenheit dem gegen\u00fcber, was jetzt ist, mit Einfallsreichtum, Interdependenz<br \/>\nund einer Perspektive von Vergangenheit und Zukunft. <\/p>\n<p>Ich habe ewig gebraucht, um einen Ank\u00fcndigungstext f\u00fcr ein Seminar und f\u00fcr einen Vortrag zu schreiben. Mein Gehirn war wie leer, auftauchende Formulierungen wurden als unzureichend verworfen. Hier zu Hause ist es gerade ziemlich unordentlich und alles staubt von Katzenhaaren. Ich habe bestimmte Vorstellungen, wie viel ich gerade leisten sollte, und bin von dieser Messlatte weit entfernt. Ich bin in Sorge, wovon ich im kommenden Jahr leben soll, mir fehlt Orientierung und Klarheit. Das f\u00fchlt sich so schwer an, als w\u00e4re ich mit besagtem Rucksack voller Steine unterwegs. Im Hier und Jetzt ist alles gut. Ich habe ein paar leckere Sachen zu essen im K\u00fchlschrank, wenn mich die fliegenden Katzenhaare st\u00f6ren, nehme ich einen Wischlappen und zisch hier einmal durchs Arbeitszimmer. Die Sonne scheint tats\u00e4chlich. Ich habe W\u00e4rme und Unterst\u00fctzung tanken d\u00fcrfen. An verschiedenen Baustellen habe ich in den vergangenen Jahren h\u00f6chst erfolgreich gearbeitet und m\u00f6chte darauf vertrauen, dass es mir auch im kommenden Jahr, unter ver\u00e4nderten Umst\u00e4nden gelingt. Aber wie bei einer nagelneuen Teflonpfanne bleiben die Erkenntnisse nicht haften. Sie glitschen mir davon und ich nehme mich immer wieder mit leeren H\u00e4nden wahr. <\/p>\n<p>Meine Freundin in Bremen h\u00f6rte mir aufmerksam zu, als ich davon sprach, wie ich an die Vorbereitung des geplanten Vortrags gehe. Sie hat selbst superviel Erfahrungen damit, eine Rede zu halten. Als ich ihr von meinem geplanten Einstieg berichtete, warnte sie mich: Eventuell sei ein interaktiver Start nicht das, was die Zuh\u00f6rer anfangs in den Bann z\u00f6ge. Vielleicht wollten sie erst Input? im Verlauf des Gespr\u00e4chs stellte sich heraus, dass sie selbst vor einiger Zeit eine Pr\u00e4sentation vorbereitet hatte, die in der Mitte einen interaktiven Part hatte. Am entscheidenden Tag stand sie verzweifelt im Stau und kam zu sp\u00e4t zu ihrem eigenen Vortrag. Kurzentschlossen liess sie die Einleitung weg und begann gleich mit dem interaktiven Part. Ihrem Eindruck nach holte das die Zuh\u00f6rer nicht dort ab, wo sie gerade waren&#8230; Aber: es hatte keine R\u00fcckmeldungen gegeben. Ihre Besorgnis begr\u00fcndete sich also nur auf die eigenen Qualit\u00e4tsanforderungen. ich habe etwas weggelassen, also k\u00f6nnen die Teilnehmer das Geschenk nicht vollst\u00e4ndig genie\u00dfen&#8230;<\/p>\n<p>Das erlebe ich bei mir auch. Ich habe eine Fantasie, wie etwas wird oder wie etwas ankommt, und dann reite ich dieses Pferd. Und dabei merke ich oft gar nicht, dass es sich bei dieser Fantasie einfach um Steine in meinem Rucksack handelt, Einsch\u00e4tzungen, Urteile, die mir das Leben schwer machen. <\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte also mit Leichtigkeit ins Tun kommen. Den Rucksack abschnallen, in die Ecke stellen. Wer braucht schon einen Haufen Steine, es sei denn, man wolle eine Terrasse pflastern&#8230; Ach, dazu gibt es ein Lied von <a href=\"http:\/\/www.iria.de\/\">Iria<\/a>, der Liedermacherin aus dem Allg\u00e4u: Es gilt doch immer wieder, nach vorne zu schauen. <a href=\"http:\/\/www.iria.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/NachVorne.mp3\">Aus den Steinen, die dir im Wege gelegen, neue Stra\u00dfen zu bauen<\/a>. Unter dem Link verbirgt sich eine H\u00f6rprobe. <\/p>\n<p>So long! <\/p>\n<p>Ysabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! 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