{"id":4123,"date":"2012-07-12T11:59:54","date_gmt":"2012-07-12T09:59:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4123"},"modified":"2012-07-12T11:59:54","modified_gmt":"2012-07-12T09:59:54","slug":"wenn-die-wussten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4123","title":{"rendered":"Wenn die w\u00fcssten&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<br \/>\nGestern Abend hatte ich ein nettes Skype-Gespr\u00e4ch. Na ja, das Gespr\u00e4ch war nett, Skype weniger. Ich habe das Update auf die neue Version raufgespielt und jetzt geht gar nichts mehr&#8230; Aber zum Gl\u00fcck konnten wir auf Facetime ausweichen.<br \/>\nMein Gespr\u00e4chspartner erz\u00e4hlte von einer Situation, in der er nicht erkannt hatte, welche Bed\u00fcrfnisse bei seinem Gegen\u00fcber lebendig waren. Danach gab es ein intensives Intermezzo mit den Grauohren: &#8222;Und du willst GfK-Trainer sein, wenn du so wenig auf andere Leute eingehen kannst?&#8220;<br \/>\nEine solche Begegnung mit einem Wolf hatte ich auch eben. Ich bummele heute in den Tag, denn meine Nacht war arg kurz. Ich entdeckte auf Arte in der Mediathek den Film &#8222;Jane Austen regrets&#8220;, und der hielt mich bis nachts um zwei im Bann. Prompt kommentierte mein innerer Erzieher bissig: Und du willst als freie Trainerin arbeiten, wenn du morgens den Arsch nicht hochkriegst? Wenn die Leute w\u00fcssten, dass du den ganzen Morgen nichts getan hast! Faul! Verantwortungslos!<br \/>\nEinen charmanten oder gar liebevollen Ton hat er nicht gerade am Leib. <\/p>\n<p>Im Rahmen meines GfK-Lernprozesses habe ich verstanden, dass diese Erzieher\/Stimmen nur mein Bestes wollen. Sie hatten einfach nur keine giraffische Sprecherziehung. Ich merke aber auch, dass diese Anteile Angst erzeugenden Druck und Besch\u00e4mung einsetzen, um mich zu dem zu bewegen, was sie f\u00fcr mein Bestes halten. <\/p>\n<p>Besch\u00e4mung &#8211; damit meine ich: Durch diese fortlaufende Erziehung wird immer wieder Scham ausgel\u00f6st. Mit mir stimmt etwas nicht. Ich bin nicht gut genug. Die Stimmen setzen eigentlich nur das fort, was ich aus meiner Ursprungsfamilie kenne. <\/p>\n<p>Mitte der 90er Jahre begann meine berufliche Karriere Fahrt aufzunehmen. Bei jeder Bef\u00f6rderungsstufe zitterte ich innerlich vor Angst. Irgendwann mussten die da oben doch mal merken, dass ich gar keine Ahnung hatte! \u00dcber mehrere Jahre dachte ich jedes Mal, wenn das Telefon klingelte und ich sah, dass mein Chef dran war: jetzt werde ich gek\u00fcndigt, weil die gemerkt haben, dass ich gar nichts kann&#8230; Irgendwann bekam ich ein Zwischenzeugnis und der Kollege, der die Ergebnisse mit mir besprach, gab mir konkrete R\u00fcckmeldungen zu einzelnen Punkten und hatte auch f\u00fcr mich nachvollziehbare Beobachtungen. Danach konnte ich mich ein bisschen entspannen. Anscheinend hatte ich doch etwas auf dem Kasten, auch wenn meine Antreiber meinten, es sei nicht genug. <\/p>\n<p>Also: Das Gegengift ist zum einen die Beobachtung.<br \/>\nUnd zum zweiten hilft Einf\u00fchlung. Worum geht es dir gerade? M\u00f6chtest du darauf vertrauen k\u00f6nnen, dass ich mich selbstt\u00e4tig und umfassend zeitnah um meine Angelegenheiten k\u00fcmmere? Bist du in Sorge, dass mir wichtige Angelegenheiten oder Termine durch die Lappen gehen? Ja. Ja. Ja&#8230;. <\/p>\n<p>Ok. Heute bummeln wir gemeinsam in den Tag und hauen gleich einen Schlag rein (stammt dieses Bild von der T\u00e4tigkeit eines Holzf\u00e4llers?). Dann brauchen wir keine Angst zu haben, dass irgendjemand urteilt, ich sei faul, verantwortungslos und unstrukturiert. Lang lebe Marshall Rosenberg! <\/p>\n<p>So long!<br \/>\nYsabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! Gestern Abend hatte ich ein nettes Skype-Gespr\u00e4ch. Na ja, das Gespr\u00e4ch war nett, Skype weniger. Ich habe das Update auf die neue Version raufgespielt und jetzt geht gar nichts mehr&#8230; Aber zum Gl\u00fcck konnten wir auf Facetime ausweichen. 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