{"id":4095,"date":"2012-07-04T10:28:08","date_gmt":"2012-07-04T08:28:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4095"},"modified":"2012-07-04T10:42:26","modified_gmt":"2012-07-04T08:42:26","slug":"work-life-balance-die-beobachtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4095","title":{"rendered":"Work-Life-Balance: Die Beobachtung"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<br \/>\nMeine allererste Glaubenssatz-Arbeit habe ich 2007 bei Anja Kenzler in Bremen gemacht. An dieses &#8222;Wumms&#8220; kann ich mich noch gut erinnern. Mein Satz lautete: du kannst nicht mit Geld umgehen. Und dann kam eine explosive Frage: Was ist die Beobachtung?<br \/>\nIch glaube, ich habe den halben Nachmittag nur geweint. Und seither bin ich ein Fan von der Arbeit mit Glaubenss\u00e4tzen.<br \/>\nAnscheinend gibt es auch einen Glaubenssatz, der besagt, ich tue nicht genug. Aus meinem Freundeskreis kommen immer wieder R\u00fcckmeldungen, ich sei ja so besch\u00e4ftigt und w\u00fcrde so viel bewegen. Mein innerer Kommentator meint dazu lakonisch: Wenn die w\u00fcssten&#8230;<br \/>\nDurch die Mentoring- und Assessment-Tage ist meine Aufmerksamkeit ja besonders auf das Thema Vitalit\u00e4t gerichtet. Ich frage mich, was ich dazu beitrage, um ein gutes Gleichgewicht zu finden zwischen Arbeit und Erholung. Kein Wunder, dass das schwierig ist, wenn ich doch selbst meine Arbeit nicht als Arbeit anerkenne. Wie soll ich mir dann Erholung zugestehen? Und wie geht Erholung? <\/p>\n<p>Gestern nun fand ich nach einem Suchen ein leeres B\u00fcchlein im A-6-Format und habe angefangen, die Spalten zu f\u00fcllen. Auf der linken Seite steht &#8222;Work&#8220; und auf der rechten Seite &#8222;Life&#8220;. So sachte d\u00e4mmert mir, wieso ich denke, ich tue nichts. ich habe anscheinend auch Glaubenss\u00e4tze dazu, was genau &#8222;Arbeit&#8220; ist. Und diese Glaubenss\u00e4tze klingen in meinen eigenen Ohren sehr kindlich. Arbeit ist acht Stunden Kohlens\u00e4cke tragen. Arbeit ist acht Stunden Buchungen vornehmen. Arbeit ist, acht Stunden im Callcenter zu telefonieren. Vier Stunden b\u00fcgeln ist nicht wirklich Arbeit, denn B\u00fcgeln macht mir Spa\u00df. Nicht so viel, dass ich das jeden Tag haben m\u00f6chte, obwohl ich zwischendurch \u00fcberlegt habe, mich bei der lokalen Hei\u00dfmangel zu bewerben. Aber es ist ok und st\u00f6rt mich nicht wirklich. Schwups, schon ist B\u00fcgeln keine Arbeit mehr.<br \/>\nWer arbeitet ist nicht ansprechbar. (oh ja, ich erinnere mich an meine Kindheit&#8230;). Wenn man gearbeitet hat, ist hinterher ein gro\u00dfer Klotz fertig. 1000 Briefumschl\u00e4ge gestempelt. 30 Seiten wichtiger Text vollgeschrieben. Wenn man gut gearbeitet hat, ist hinterher &#8222;der Schreibtisch blank&#8220;. Solange noch irgendwo Arbeit rumliegt, ist man nicht fertig. (Das kann dann ja noch ein paar Jahre dauern, bis ich fertig werde. Irgendwie finde ich immer was zu tun). F\u00fcr die Arbeit geht man aus dem Haus. Zu Hause arbeiten ist nicht wirklich Arbeit. Und Hausarbeit ist \u00fcberhaupt keine Arbeit, die z\u00e4hlt gar nicht. (Da h\u00f6re ich meine Freundin Byron Katie, die sanft fragt: Ist das wirklich wahr? Kannst du 100prozentig wissen, dass das wahr ist?)<br \/>\nMit einer so selektiven Definition von Arbeit wundert es mich nicht, dass ich meine teilweise sehr vollen Tage nicht als Arbeitstage anerkenne. Denn Sachen wie W\u00e4sche waschen, Katzenklos sauber machen, Blumen gie\u00dfen, Blogbeitr\u00e4ge verfassen, Mails schreiben, Seminarwerbung ins Internet stellen z\u00e4hlt ja alles nicht&#8230;<br \/>\nZurzeit ist eine GfK-Freundin <a href=\"http:\/\/www.mit-einander-wandeln.de\/\">zu Fu\u00df unterwegs durch Deutschland<\/a>, entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Unterwegs wirbt sie f\u00fcr die Gewaltfreie Kommunikation. Seit ich von diesem Projekt geh\u00f6rt habe, begeistert es mich und ich w\u00fcrde supergern ein bisschen mitwandern. Kaum zu glauben, ich finde in meinem Terminkalender nicht eine Woche, in der nicht irgendein Termin ist. \u00dcbungsgruppe am Donnerstag &#8211; na gut, ich k\u00f6nnte von Freitag bis Mittwoch wandern. Vertretung in einer anderen \u00dcbungsgruppe am 17., 24. und 31.7. Unter Umst\u00e4nden eine zweiw\u00f6chige Urlaubsvertretung als Job-Coach Ende Juli\/Anfang August. Die Vorbereitung des Filz-Seminars. Vorbereitung meines allerersten Vortrags. Ank\u00fcndigungstexte f\u00fcr ein Einf\u00fchrungsseminar, einen Flyer, eine Zeitungsanzeige&#8230; Wuseliger Kleinkram. Eins ist vom Tisch, da fliegt auch schon das n\u00e4chste heran. Allm\u00e4hlich bekomme ich eine Ahnung, warum ich so ersch\u00f6pft bin. Ich werde ja nie fertig! ich habe ja gar keinen richtigen Feierabend. Selbst wenn ich beschlie\u00dfe, den Rechner runterzufahren, die B\u00fcgelw\u00e4sche liegen zu lassen, die Belege erst morgen zu sortieren, hinterl\u00e4sst das ja kein Gef\u00fchl von &#8222;ein gro\u00dfer Klotz ist fertig&#8220;. Deshalb finde ich Seminare so befriedigend. Man geht da hin, macht seine Arbeit und dann ist man fertig. Aber mit diesem Kram, den ich hier hin- und herbewege, bin ich nie fertig&#8230; <\/p>\n<p>Ich denke, die Idee mit dem Work-Life-B\u00fcchlein ist eine Weltidee. Damit kann ich f\u00fcr eine Weile beobachten, was ich wirklich tue und ich kann \u00fcberpr\u00fcfen, wie es um meine Vitalit\u00e4t steht. Nicht, dass ich ein neues &#8222;Muss&#8220; erstelle. Vielmehr geht es um Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung dessen, was ist. Schon erstaunlich, was ich allein heute Morgen \u00fcber mich herausgefunden habe&#8230; <\/p>\n<p>So long! <\/p>\n<p>Ysabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! 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