{"id":4060,"date":"2012-06-30T08:24:15","date_gmt":"2012-06-30T06:24:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4060"},"modified":"2012-06-29T19:33:57","modified_gmt":"2012-06-29T17:33:57","slug":"eine-bitte-aus-meinem-mund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4060","title":{"rendered":"Eine Bitte&#8230; aus meinem Mund&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<br \/>\nWieder einmal geht es um die <a href=\"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4049\">Matrix<\/a> und mein pers\u00f6nliches Wachstum in Gfk. Bei den Mentoring- und Assessment-Tagen hatte ich mich dazu bekannt, dass das &#8222;mich zumuten&#8220;, das Aussprechen einer Bitte, f\u00fcr mich noch immer eine schwere Herausforderung ist. Ich habe schon mehrere Situationen erlebt, wo ich in Giraffisch um etwas gebeten wurde (h\u00e4ttest du Lust, mich zu diesem Vortrag einzuladen? Ich w\u00fcrde ihn gern h\u00f6ren, aber kann es mir nicht leisten&#8230;), aber selber eine Bitte zu formulieren ist noch immer ein heikles Thema f\u00fcr mich. <\/p>\n<p>In der Matrix hei\u00dft es dazu:<br \/>\n<strong>Bitten-Bewusstsein &#038; Bitten:<\/strong><br \/>\nBereitschaft, um das, was man will<br \/>\nzu bitten, und dabei f\u00fcr jede<br \/>\nAntwort offen zu sein, nicht fixiert<br \/>\nauf ein bestimmtes Ergebnis.<\/p>\n<p><strong>Ungelernt<\/strong>:<br \/>\n(kein Wissen \u00fcber die F\u00e4higkeit. Unbewusst inkompetent)<br \/>\nStellt Forderungen, ist nicht in der Lage<br \/>\noder willens danach zu fragen was er\/sie<br \/>\nwill.<\/p>\n<p><strong>Erwacht<\/strong><br \/>\nDie F\u00e4higkeit wird bewusst wahrgenommen.<br \/>\nBewusst inkompetent<br \/>\nSich bewusst werden dass durch<br \/>\nFixierungen, Forderungen und die<br \/>\nUnf\u00e4higkeit um das zu bitten, was wir<br \/>\nm\u00f6chten, unsere Bedu\u0308rfnisse nicht<br \/>\nerkennbar werden.<\/p>\n<p><strong>Kompetent<\/strong><br \/>\nDie F\u00e4higkeit kann mit bewusstem<br \/>\nBemu\u0308hen angewendet werden.<br \/>\nBewusst kompetent.<br \/>\nGenerell bereit und f\u00e4hig klare Bitten zu<br \/>\n\u00e4u\u00dfern, bemu\u0308ht, bei Erkennen einer<br \/>\nFixierung auf eine bestimmte Strategie,<br \/>\nsich von Verh\u00e4rtung hinzu Offenheit<br \/>\nund Kreativit\u00e4t zu bewegen<\/p>\n<p>Integriert<br \/>\nNatu\u0308rliche Anwendung der F\u00e4higkeit, mit<br \/>\nLeichtigkeit und im Fluss.<br \/>\nUnbewusst kompetent.<br \/>\nBereitschaft danach zu fragen was man<br \/>\nm\u00f6chte. Bleibt pr\u00e4sent, zeigt Kreativit\u00e4t<br \/>\nund Mitgefu\u0308hl, auch wenn die Antwort<br \/>\n&#8222;nein&#8220; lautet.<\/p>\n<p>Also: Was ich gut hinkriege ist gar nicht zu fragen.<br \/>\nWas ich auch gut hinkriege, ist keine Forderung zu stellen. Jedenfalls wei\u00df ich, dass in meinem Herzen keine Forderung ist. Ich nehme mich au\u00dferdem so wahr, dass ich gut ein Nein h\u00f6ren kann. Ein Nein ist ja nur ein Nein zu einer Strategie, nicht aber zu unserer Verbindung&#8230;<br \/>\nDie einzige Schwierigkeit ist, auf die Idee zu kommen, jemand anderes zu bitten. Die Idee, dass eine Bitte meinerseits ein Geschenk sein k\u00f6nnte, erscheint mir noch immer ziemlich  &#8211;  fremd. <\/p>\n<p>Heute nun hatte ich eine Verabredung mit einer GfK-Freundin zum Mittagessen. Sie reagiert allergisch auf Katzen, deshalb war klar, wir w\u00fcrden auf der Terrasse sitzen. Ich wickelte die Gartenm\u00f6bel aus der Folie, wischte den Tisch ab und kurbelte den Ampelschirm auf. \u00c4h &#8211; das sah sonst aber anders aus&#8230; Fast wie ein senkrechtes Segel ragte der Schirm auf die Terrasse. Ok, wenn jetzt gerade von dieser Seite Sonne k\u00e4me, w\u00fcrde er davor sch\u00fctzen. Aber sonst bildete er doch immer ein behagliches Dach \u00fcber Tisch und St\u00fchlen. Wo war der richtige Hebel, der richtige Winkel, der Knopf, den ich daf\u00fcr dr\u00fccken musste?<br \/>\nnachdem ich zehn Minuten frustriert und verwirrt an diesem Schirm rumgezogen und gekurbelt hatte, gab ich auf. Ich schickte eine SMS an einen Freund, ob er noch in der N\u00e4he sei und mal nach dem Rechten gucken k\u00f6nne? Keine Reaktion. Also war er wohl schon unterwegs in Richtung Rheinland. Dann gr\u00fcbelte ich, wen ich sonst noch fragen k\u00f6nnte. Mir fiel partout niemand ein.<br \/>\nInzwischen war es halb 12 und f\u00fcr das gemeinsame Essen mit der Freundin fehlten noch ein paar Zutaten. Also schnappte ich mir Tasche und Portemonnaie und ging zum nahen Wochenmarkt. An meinem Stamm-Gem\u00fcsestand war Hochbetrieb. Zwei Meter neben mir stand ein Mann, der auf mich einen freundlichen und kompetenten Eindruck machte. Er war schon ein bisschen \u00e4lter, ich sch\u00e4tze, \u00fcber 60, trug Jeans und ein knallwei\u00dfes geb\u00fcgeltes T-Shirt. &#8222;Der&#8230;&#8220; dachte ich bei mir. Dann gab es einen inneren Ringkampf, aus dem die Giraffe als klare Siegerin hervorging:<br \/>\n&#8222;Entschuldigen Sie bitte, Sie sehen so freundlich und kompetent aus &#8211; da trau ich mich mal was. Ich wohne nur wenige Schritte von hier entfernt und kriege meinen Ampelschirm nicht richtig ausgefahren. K\u00f6nnten Sie sich vorstellen, mir dabei zu helfen?&#8220;<br \/>\nDer Mann war ganz offensichtlich baff.<br \/>\nDann sagte er: Ja, kann ich machen.<br \/>\nIch schnaufte und sagte &#8222;boah, da hab ich mich jetzt richtig was getraut. Ich bin Ihnen total dankbar, denn ich habe echt keine Idee mehr, woran ich dr\u00fccken oder kurbeln muss.\u201c<br \/>\nSchweigend gingen wir die paar Meter zu meiner Haust\u00fcr, in Nullkommanichts hatte der Fremde die Stange weiter aus dem Fu\u00df geschoben und schwups, schon kam der Schirm in die Position, in der ich ihn haben wollte. Das Ganze hatte bestimmt keine zehn Minuten gedauert, dann gingen wir zur\u00fcck auf den Markt. Ich habe es mir verkniffen, dem Mann Geld anzubieten. Aber ich habe noch einmal formuliert, wie sehr er mein Leben bereichert hat mit seinem freundlichen und unkomplizierten Zugreifen. Dabei dachte ich an eine Geschichte, die ich vor ein paar Tagen gelesen habe.<br \/>\nDarin bat ein Mann um zwei Flugtickets: <\/p>\n<blockquote><p>Ich rief eine Fluggesellschaft an, von der ich wusste, dass sie gerade sehr gut lief, North East Airlines. Die Frau am Telefon stellte sich als Sekret\u00e4rin des Pr\u00e4sidenten heraus, also sagte ich ihr, was ich ben\u00f6tigte. Sie verband mich direkt mit dem Pr\u00e4sidenten, Steve Quinto. Ich erkl\u00e4rte ihm, dass ich gerade mit den Leuten der Konferenz in San Diego gesprochen hatte und dass sie uns Gratiskarten fu\u0308r die Konferenz gegeben h\u00e4tten, dass wir aber nicht wussten, wie wir dort hinkommen sollten, und ob er uns bitte zwei Rundreisetickets von Miami nach San Diego spendieren k\u00f6nnte. Er sagt: \u201eNatu\u0308rlich tue ich das\u201c, genau so. Es ging so schnell, und das n\u00e4chste, was er sagte, warf mich wirklich um. Er sagte: \u201eDanke, dass sie gefragt haben.\u201c<br \/>\nIch sagte: \u201eWie bitte?\u201c<br \/>\nEr sagte: \u201eIch habe nicht oft Gelegenheit, das Beste fu\u0308r die Welt zu tun, es sei denn, jemand bitte darum. Das Beste, was ich je tun kann, ist, von mir selbst etwas zu geben, und Sie haben mich gebeten, das zu tun. Das ist eine sch\u00f6ne Gelegenheit, und ich m\u00f6chte Ihnen fu\u0308r diese Gelegenheit danken.\u201c <\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Ok, so weit ist es nicht gekommen. Aber ich m\u00f6chte feiern, dass ich es geschafft habe, um das zu bitten, was ich wirklich brauchte. Sogar jemand v\u00f6llig Fremdes. Und ich habe es bekommen. Ich h\u00e4tte auch ein Nein h\u00f6ren k\u00f6nnen. Aber ich habe es bekommen und ich bin gl\u00fccklich und dankbar. Boah, ey, was f\u00fcr ein Prozess! <\/p>\n<p>So long! <\/p>\n<p>Ysabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! Wieder einmal geht es um die Matrix und mein pers\u00f6nliches Wachstum in Gfk. 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