{"id":4004,"date":"2012-05-09T23:04:36","date_gmt":"2012-05-09T21:04:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4004"},"modified":"2012-05-09T23:07:24","modified_gmt":"2012-05-09T21:07:24","slug":"angst-essen-seele-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=4004","title":{"rendered":"Angst essen Seele auf"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<br \/>\nHeute geht es mal rund ums Thema Angst. Ich hatte dazu ein paar interessante Begegnungen mit mir selbst und anderen.<br \/>\nEin Freund (60) berichtete heute, sein Vermieter habe ihn wegen des schlechten Zustands der Au\u00dfenanlage schriftlich getadelt. Tats\u00e4chlich war der Garten verwildert und ungepflegt. Der Freund berichtete, er habe eine schlaflose Nacht voller Angst und schlechtem Gewissen gehabt. Am n\u00e4chsten Tag rief er dann bei der Firma an, die seit Jahren den Garten pflegt. Es stellte sich heraus, dass es dort ein gro\u00dfes Durcheinander beim Personal gegeben hatte. \u201eSein\u201c Garten war schlicht vergessen worden. Die Firma wird beim Vermieter anrufen, sich f\u00fcr den schlechten Zustand entschuldigen und alles schnellstm\u00f6glich in Ordnung bringen. <\/p>\n<p>Ein erwachsener Mann schl\u00e4ft nicht, weil der Rasen nicht gem\u00e4ht ist? <\/p>\n<p>Ein anderer Freund von mir lebt in einer Partnerschaft, die er nicht mehr bejaht. Ich wei\u00df nicht, mit wem er sich \u00fcber dieses Thema austauscht, ich bin mutma\u00dflich nicht der einzige Mensch. Nur mit einem Menschen spricht er dar\u00fcber nicht: Mit seiner Partnerin. Er hat Angst, sie zu verletzen. <\/p>\n<p>Wenn ich an meine langj\u00e4hrige Partnerschaft denke &#8211; was h\u00e4tte mich mehr verletzt? Die Tatsache, dass mein Freund mich zwar sch\u00e4tzt, sehr mag und gern mit mir lacht, aber keine Partnerschaft mit mir (mehr) m\u00f6chte, oder die Tatsache, dass anscheinend andere Leute eher \u00fcber die Gedanken und Gef\u00fchle meines Partners informiert sind als ich? Letzteres, Freunde! Wie schmerzhaft, dass er mit anderen dar\u00fcber spricht, aber nicht mit mir&#8230; <\/p>\n<p>Heute Morgen hatte ich ein kurzes Telefonat mit einer Freundin, die mir sehr wichtig ist. Dieser Tage hatte sie mich in einen Auftrag mit reingenommen, der ihr zugeflogen war. Ich habe daraufhin dem Kunden eine recht umfangreiche Mail mit einer Kurzanalyse geschickt und einen Besprechungstermin vorgeschlagen. Auf diese Mail gab es keine Antwort. Meine Freundin meinte heute morgen, ich solle den Kunden noch einmal anschreiben und nachfragen, ob die Mail bei ihm angekommen sei. Ich m\u00f6chte das nicht tun, denn zum einen glaube ich, dass der Kunde die Mail erhalten hat und einfach andere Dinge zurzeit f\u00fcr wichtig erachtet. Zum anderen ist das kein Auftrag, um den ich mich rei\u00dfe. Warum soll ich hinter jemandem herrennen, der sich nicht meldet? <\/p>\n<p>Die Reaktion meiner Freundin habe ich als sehr heftig wahrgenommen und ich konnte w\u00e4hrend des Telefonats nicht auf meine Giraffenohren zugreifen. Es reichte gerade noch f\u00fcr solche gestammelten Halbs\u00e4tze wie &#8222;das kann ich so nicht unterschreiben&#8220; und &#8222;dazu m\u00f6chte ich gern in Ruhe mit dir reden, aber nicht am Telefon, w\u00e4hrend du mit dem  Auto unterwegs bist&#8230;\u201c. Immerhin was. <\/p>\n<p>Im Nachhinein habe ich versucht herauszufinden, welche Bed\u00fcrfnisse in ihr lebendig waren. Wertsch\u00e4tzung vielleicht. Respekt f\u00fcr den Kunden oder vielleicht noch mehr f\u00fcr den Menschen, durch den der Auftrag angeflogen kam. Wirksamkeit, Unterst\u00fctzung ihrer Arbeit. Verbindung. All so etwas k\u00f6nnte es gewesen sein. W\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs habe ich einfach nur gesp\u00fcrt, dass ich Angst hatte. Angst um die Freundschaft, Angst um unsere Verbindung, Angst, dass von mir Dinge erwartet werden, die ich nicht tun m\u00f6chte&#8230; <\/p>\n<p>Angst war heute sehr pr\u00e4sent. ich bekam eine sehr wohlwollende R\u00fcckmeldung \u00fcber eine Situation, die sich gestern ereignet hat. Als ich dazu etwas nachfragte, erhielt ich auch noch eine Information, die ich nicht so gut h\u00f6ren konnte. Im Verlauf der kommenden Stunde \u00fcberfiel mich die Angst mit einer Heftigkeit, wie ich sie lange nicht erlebt habe. Anscheinend hatte mich die Bemerkung direkt in die Kindheit katapultiert. Mein Gehirn tickerte solche Fehlermeldungen wie &#8222;halte den Mund, wenn Erwachsene reden&#8220;. Vor ein paar Jahren habe ich mal verstanden, dass meine kindliche Lebendigkeit und Kreativit\u00e4t in vielen Situationen nicht willkommen war. Ich galt als \u201efrech\u201c und \u201eaufs\u00e4ssig\u201c und \u201evorlaut\u201c und \u201eneunmalklug\u201c. Heute w\u00fcrde ich sagen, ich hatte ein ausgepr\u00e4gtes Bed\u00fcrfnis beizutragen, Kreativit\u00e4t, Humor, das Bed\u00fcrfnis gesehen zu werden, ein Bed\u00fcrfnis nach Gemeinschaft und das Bed\u00fcrfnis so zu sein wie ich bin. Und das war nicht gern gesehen. <\/p>\n<p>Die von mir sehr gern zitierte Melody Beattie schreibt in der Tagesmeditation vom 5. M\u00e4rz: <\/p>\n<blockquote><p>Manchmal befiehlt unsere instinktive Reaktion in einer neuen Situation: Sei nicht so, wie du bist.<\/p>\n<p>Wer sonst k\u00f6nnten wir sein? Wer sonst m\u00f6chten wir sein? Wir brauchen nicht anders zu sein, als wir sind.<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Geschenk, das wir in eine Beziehung einbringen, ist: der zu sein, der wir sind.<\/p>\n<p>Wir denken vielleicht, andere f\u00e4nden uns nicht sympathisch. Wir haben Angst, ein Mensch k\u00f6nne uns verlassen oder besch\u00e4men, sobald wir loslassen und wir selbst sind. Wir machen uns Sorgen dar\u00fcber, was andere von uns denken.<\/p>\n<p>Die Menschen sch\u00e4tzen unsere Gesellschaft, wenn wir uns selbst akzeptieren und entspannt sind, nicht aber, wenn wir steif und gehemmt sind.<\/p>\n<p>Wollen wir wirklich mit Menschen zusammen sein, die keinen Gefallen an uns finden? M\u00fcssen wir uns und unser Verhalten von der Meinung anderer abh\u00e4ngig machen?&#8230;<br \/>\n&#8230; Unsere Meinung \u00fcber uns selbst ist wirklich das einzige, was z\u00e4hlt. Und wir k\u00f6nnen uns die Anerkennung zollen, die wir w\u00fcnschen und brauchen.<\/p>\n<p>Heute entspanne ich mich und bin in meinen Beziehungen so, wie ich bin. Ich tue das nicht in unangemessener oder herabsetzender Weise, sondern in einer Weise, die zum Ausdruck bringt, dass ich mich selbst annehme und mich als die Person sch\u00e4tze, die ich bin. Hilf mir, Gott, dass ich keine Angst mehr habe, ich selbst zu sein.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>An manchen Tagen f\u00e4llt es mir schwer, mir das zu erlauben. Es f\u00e4llt mir schwer zu vertrauen, dass in unserer Giraffengemeinschaft wirklich andere Ma\u00dfst\u00e4be gelten. Es f\u00e4llt mir schwer zu glauben, dass ich nicht gleich bei einem \u201eFehler\u201c rausgeworfen, abgekanzelt, ausgeschlossen, nicht mehr beteiligt werde. Ich nehme mich auf d\u00fcnnem Eis wahr. Wann breche ich ein? <\/p>\n<p>Sich zumuten, berechtigt sein&#8230; wenn ich mir nehme, was ich als Erwachsene denke, dass ich es haben darf, schleicht sich von hinten unten die Angst an. Ein weites Feld f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre&#8230; Da ist noch Raum f\u00fcr Wachstum. <\/p>\n<p>Und bei Euch? Ist Angst ein Thema? <\/p>\n<p>So long! <\/p>\n<p>Ysabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! Heute geht es mal rund ums Thema Angst. Ich hatte dazu ein paar interessante Begegnungen mit mir selbst und anderen. Ein Freund (60) berichtete heute, sein Vermieter habe ihn wegen des schlechten Zustands der Au\u00dfenanlage schriftlich getadelt. Tats\u00e4chlich war der Garten verwildert und ungepflegt. 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