{"id":3667,"date":"2012-01-06T08:55:21","date_gmt":"2012-01-06T07:55:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=3667"},"modified":"2012-01-05T18:37:44","modified_gmt":"2012-01-05T17:37:44","slug":"einfuhlung-am-fruhstucks-buffet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=3667","title":{"rendered":"Einf\u00fchlung am Fr\u00fchst\u00fccks-B\u00fcffet"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<br \/>\nJeder Ort ist mir Recht, um GfK zu praktizieren.<br \/>\nHeute Morgen fand ich in der Kantine eine eher bescheidene Auswahl an Br\u00f6tchen, aber eine Scheibe Schwarzbrot mit Salami, die mich reizte. Ich schaufelte es auf die Pappplatte (tolles Wort&#8230;) und kam mit einem der K\u00f6che ins Gespr\u00e4ch, der gerade ein paar Br\u00f6tchenh\u00e4lften mit R\u00fchrei auff\u00fcllen wollte. Kurz darauf erschien ein Kollege und schaute ratlos \u00fcber die K\u00fchlvitrine. Mit einem Grummeln holte er sich das zweite Schwarzbrot und sagte dann etwas \u00fcber die Auswahl, die nicht seinem Bed\u00fcrfnis nach F\u00fclle entsprach (er formulierte es etwas anders). Der Koch schaltete sich zu und sprach den Herrn (sch\u00e4tzungsweise Mitte 50) mehrmals mit &#8222;junger Mann&#8220; an: &#8222;Was kann ich f\u00fcr Sie tun, junger Mann?&#8220;<\/p>\n<p>Es entspann sich ein Dialog, der nicht wirklich sch\u00f6n zu h\u00f6ren war f\u00fcr mich. Der Koch bot an, etwas nach Wunsch zuzubereiten, der Kollege aus der anderen Abteilung \u00e4u\u00dferte seine Unzufriedenheit und seinen Frust \u00fcber die geringe Auswahl. Der Koch argumentierte, man wolle keine angetrockneten Br\u00f6tchen in der Auslage liegen haben, dar\u00fcber habe es bereits Beschwerden gegeben. Der Kollege hielt dagegen: Aber hier liegt ja gar nichts. Das hat doch fr\u00fcher (beim anderen Kantinenp\u00e4chter) auch geklappt, wieso kriegt ihr das nicht hin?<\/p>\n<p>Ich stand an die Kasse, als der Kollege neben mir erschien und schnaubte, &#8222;solche bl\u00f6den Diskussionen am fr\u00fchen Morgen brauche ich \u00fcberhaupt nicht!&#8220; Bildlich gesprochen stieg ihm der Rauch aus den Ohren. Ich war \u00fcberrascht, da ich ihn bisher immer als sehr konsiliant wahrgenommen habe. So habe ich einmal dar\u00fcber nachgedacht, was der Koch h\u00e4tte sagen k\u00f6nnen, um die Lage zu verbessern. <\/p>\n<p>Statt &#8222;Was kann ich f\u00fcr Sie tun, junger Mann?&#8220; h\u00e4tte vielleicht besser gewirkt:<br \/>\n<em>Sie sind ver\u00e4rgert, weil nichts f\u00fcr Ihren Geschmack dabei ist?<\/em><br \/>\nVielleicht h\u00e4tte der Kollege dann geantwortet:<br \/>\nDas k\u00f6nnen Sie laut sagen. Hier gibt es ja nie wirklich Auswahl.<br \/>\nDann h\u00e4tte der Koch sagen k\u00f6nnen:<br \/>\n<em>Ich bedaure, dass das Angebot nicht Ihren Geschmack trifft. Ich werde das gern noch einmal in der K\u00fcche ansprechen. Wir w\u00fcnschen uns zufriedene G\u00e4ste und ich bin dankbar f\u00fcr Ihren Hinweis. Ich ersetze heute die Kollegin, die diesen Posten sonst betreut. Kann ich Ihnen etwas frisch zubereiten? Ich war ohnehin gerade am Br\u00f6tchenschmieren&#8230; <\/em><\/p>\n<p>Ich sch\u00e4tze mal, der &#8222;junge Mann&#8220; war einfach ein Trigger. Und das (schnelle) Angebot, etwas frisch zuzubereiten, ersetzt keine Einf\u00fchlung. Das war gleich wieder Strategie-Ebene. <\/p>\n<p>Tja, wenn GfK so einfach w\u00e4re, k\u00f6nnte es jeder. Dabei kann es ja nicht mal ich. Immer, wenn ich es brauche. <\/p>\n<p>So long! <\/p>\n<p>Ysabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! Jeder Ort ist mir Recht, um GfK zu praktizieren. 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