{"id":3378,"date":"2011-11-24T00:14:18","date_gmt":"2011-11-23T23:14:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=3378"},"modified":"2011-12-06T23:08:15","modified_gmt":"2011-12-06T22:08:15","slug":"ich-will-zu-ikea","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=3378","title":{"rendered":"Ich! Will! Zu! Ikea!"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<br \/>\nGibt es ein Bed\u00fcrfnis, zu Ikea zu fahren? Hat Marshall das nur deshalb nicht in seine Bed\u00fcrfnisliste aufgenommen, weil es in den USA Ikea noch nicht gab, als er die Gewaltfreie Kommunikation entwickelt hat? Welches wundervolle Bed\u00fcrfnis steckt hinter dem dringenden Wunsch, am liebsten noch heute zu Ikea zu fahren? Und w\u00fcrden es auch ein Hot Dog aus der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone, Hackb\u00e4llchen mit Preiselbeersauce aus der Kantine und ein St\u00fcck Mandeltorte vom Weihnachtsmarkt tun? NEIN! <\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde ja auch einen anderen M\u00f6belladen nehmen. Aber Ikea hat meist den Vorteil, dass man die Sachen gleich mitnehmen kann und sich nach stundenlanger Schrauberei daran freuen. Oder \u00e4rgern, wenn das erstandene St\u00fcck einen Schaden hat, farblich leider doch nicht perfekt passt, nicht durch die T\u00fcr geht oder \u00e4hnliche Unerfreulichkeiten. Also, Ikea hat was zu tun mit Trieberf\u00fcllung, sofort! <\/p>\n<p>1998 habe ich mir eine recht teure, wie ich noch immer finde, traumhaft sch\u00f6ne Ledergarnitur gekauft. Schwarz. Ich war mitten in meiner schwarzen Phase. Die helle Freude hielt nur eine Nacht, dann hatten meine damaligen pelzigen Mitbewohner ihre messerscharfen Krallen in die Lehnen gepiekt. Nicht etwa lange Kratzer, sondern einfach nur kleine Krallen hatten das Leder sozusagen pikiert, winzige Triangeln reingerissen. Das war ein Schmerz! Unerf\u00fcllte Bed\u00fcrfnisse? Achtung meiner pers\u00f6nlichen Habseligkeiten, Sch\u00f6nheit, Wertsch\u00e4tzung, Verbindung. Ihr miesen Fellohren, k\u00f6nnt Ihr nicht an der verdammten Tapete kratzen?<br \/>\nZwei Mal wurde mit diesen M\u00f6beln ein Wohnzimmer gebaut\/eingerichtet. Mit mehr oder weniger schwarzen Regalen. Und ich stelle fest, dass ich den Raum, in dem diese M\u00f6bel stehen, nicht nutze. Im Sinne von gar nicht. Freunde, die mich besuchen, gucken hier fern. Im Moment steht auch noch ein Kinderwagen drin. Aber genutzt wird der Raum nicht wirklich.<br \/>\nIm kommenden Jahr wird es vom Wohnzimmer aus eine gro\u00dfe Terrassent\u00fcr in den Garten geben. Eine gute Gelegenheit, die schwarzen M\u00f6bel auszumustern. Aber warum jetzt? Warum habe ich jetzt den Drang, alles neu zu machen?<br \/>\nhttp:\/\/youtu.be\/2ewpeHwUe7c<br \/>\nWelche <strong>Gef\u00fchle<\/strong> sind da am Brodeln?<br \/>\naufgeregt<br \/>\nbegeistert<br \/>\neifrig<br \/>\nentschlossen<br \/>\nhoffnungsvoll<br \/>\nmotiviert (!)<br \/>\nschwungvoll<\/p>\n<p>das trifft es so ziemlich. Spannend zu merken, was ich eben nicht bin: Ich bin nicht klar, ich bin nicht  selbstsicher, was den M\u00f6belkauf angeht, ich bin nicht unbek\u00fcmmert und nicht unbedingt zuversichtlich. Tats\u00e4chlich bin ich eher<br \/>\n\u00e4ngstlich<br \/>\nangespannt<br \/>\nbesorgt<br \/>\nvermutlich auch einsam<br \/>\ngenervt (von dem Alten)<br \/>\nnerv\u00f6s<br \/>\nscheu<br \/>\nungeduldig<\/p>\n<p>Hm. Interessant. Gef\u00fchle bei erf\u00fcllten und unerf\u00fcllten Bed\u00fcrfnissen. War mir gar nicht bewusst, dass das gerade so ambivalent ist. Es gibt also bei dem Gedanken an &#8222;Alles neu&#8220; sowohl Freude als auch Angst. <\/p>\n<p>Der Blick auf die <strong>Bed\u00fcrfnisse<\/strong>:<br \/>\nObdach &#8211; na ja, \u00fcberdacht ist der Raum schon, beheizt auch&#8230;<br \/>\nOrdnung (das kann noch dauern, denn die Bauarbeiten gehen ja erst im Fr\u00fchjahr weiter)<br \/>\nSelbstst\u00e4ndigkeit (kann ich all alleine&#8230;)<br \/>\nSelbstvertrauen (chaka!)<br \/>\nWachstum<br \/>\nKreativit\u00e4t (den Raum neu zu gestalten ist ja ein kreativer Akt)<br \/>\nAuthentizit\u00e4t (Leute, <em>das<\/em> bin ich einfach nicht mehr&#8230;)<br \/>\nWertsch\u00e4tzung vielleicht? Meiner selbst? Ich darf es sch\u00f6n haben?<br \/>\nAuch Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die G\u00e4ste, die ich Weihnachten erwarte.<br \/>\nSinnhaftigkeit. Leute, wof\u00fcr racker ich denn das ganze Jahr?<br \/>\nSch\u00f6nheit. Jawoll!<br \/>\nHarmonie<br \/>\nSpa\u00df<br \/>\nFreude<br \/>\nLeichtigkeit<br \/>\nFeiern<br \/>\nSpiritualit\u00e4t. Vielleicht errichte ich in dem Raum einen GfK-Schrein mit einem Foto von Marshall&#8230;<br \/>\nNe, im Ernst. So was wie &#8222;sich sammeln&#8220; oder &#8222;entspannen&#8220; ohne Computer, Fernsehen, Beschallung. <\/p>\n<p>Alle Achtung, das sind ja ganz sch\u00f6n viele Bed\u00fcrfnisse, die mir ein Besuch bei Ikea unter Umst\u00e4nden erf\u00fcllen k\u00f6nnte. Vorausgesetzt, ich trau mich. Und ich finde, was ich haben m\u00f6chte. Und ich kriege es ins Auto&#8230; und aufgebaut. Und es passt bei mir rein, gr\u00f6\u00dfenm\u00e4\u00dfig und farblich. Ach ja&#8230; die alten M\u00f6bel m\u00fcssen nat\u00fcrlich auch irgendwo bleiben. Heute w\u00e4re Sperrm\u00fcll gewesen, vielleicht hat mich das zeitlich ein wenig &#8211; nennen wir es &#8222;getriggert&#8220;. Aber noch sch\u00f6ner w\u00e4re es, wenn jemand anderes noch eine Weile auf den sch\u00f6nen schwarzen Lederm\u00f6beln sitzen mag. Jemand au\u00dfer den Katzen, meine ich&#8230; <\/p>\n<p>So long! <\/p>\n<p>Ysabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! Gibt es ein Bed\u00fcrfnis, zu Ikea zu fahren? Hat Marshall das nur deshalb nicht in seine Bed\u00fcrfnisliste aufgenommen, weil es in den USA Ikea noch nicht gab, als er die Gewaltfreie Kommunikation entwickelt hat? Welches wundervolle Bed\u00fcrfnis steckt hinter dem dringenden Wunsch, am liebsten noch heute zu Ikea zu fahren? 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