{"id":3271,"date":"2011-10-12T22:37:32","date_gmt":"2011-10-12T20:37:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=3271"},"modified":"2011-10-13T07:00:19","modified_gmt":"2011-10-13T05:00:19","slug":"erntezeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=3271","title":{"rendered":"Erntezeit"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<br \/>\nVor 15 Jahren h\u00e4tte ich wahrscheinlich von mir selber behauptet, ich w\u00e4re konfliktfreudig. Denn als ich ein Kind war, wurde mir oft gesagt, ich wolle immer mit dem Kopf durch die Wand. Aufs\u00e4ssig und frech nannte man mich. Erst im Verlauf der letzten Jahre habe ich erkannt, dass ich keineswegs so offen und freudvoll in Auseinandsetzungen ging, wie ich von mir selber dachte. Im Gegenteil. Ich erlebte mich als harmonies\u00fcchtig und indifferent, das Wort &#8222;nein&#8220; geh\u00f6rte nur in seltensten F\u00e4llen zu meinem Sprachschatz. Blo\u00df den anderen nicht erz\u00fcrnen&#8230; <\/p>\n<p>An der GfK hat mich auch entz\u00fcckt, dass sie mir eine M\u00f6glichkeit zu bieten schien, mich selbst auszudr\u00fccken, auch wenn es um kontroverse Sachverhalte\/unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse ging. Und obwohl ich jetzt schon das sechste Jahr \u00fcbe, finde ich es noch immer schwierig, offen zu bleiben und meine Bed\u00fcrfnisse zu akzeptieren, mich daf\u00fcr einzusetzen und den anderen trotzdem einf\u00fchlend wahrzunehmen und wertzusch\u00e4tzen. <\/p>\n<p>Seit fast vier Wochen doktere ich jetzt schon an einem Konflikt herum. Es gab zwei sehr lange Telefongespr\u00e4che, ein paar kurze Abstimmungsmails, einige SMS und heute schlie\u00dflich ein Treffen. Es mag total bekloppt klingen, aber ich fange an, den Konflikt zu genie\u00dfen. <\/p>\n<p>Gemeinsam versuchen wir, unser Problem mithilfe der GfK zu l\u00f6sen. Zum x-ten Mal kehren wir zu Gef\u00fchlen und Bed\u00fcrfnissen zur\u00fcck. Gemeinsam \u00fcbersetzen wir W\u00f6lfe, versuchen herauszufinden, was wirklich hinter einem Satz steckt der beispielsweise lautet: \u201ewenn sich einer nur zur\u00fccklehnt und konsumiert, muss er sich nicht wundern, wenn ihm die Dinge aus der Hand gleiten.\u201c Wir kraulen die W\u00f6lfe und geben uns gegenseitig Einf\u00fchlung. Was f\u00fcr eine himmlische Art, Konflikte zu l\u00f6sen! Dabei sind wir konkret noch keinen Schritt weiter, haben noch immer kein Konzept gefunden. Aber ich merke, wie gegenseitiger Respekt und Vertrauen wachsen.<\/p>\n<p> In mir w\u00e4chst auch immer st\u00e4rker das Vertrauen in den Prozess. Bisher war es oft so, dass ich rein verstandesgem\u00e4\u00df entschieden habe, mich auf diesen Prozess einzulassen. Diesmal erlebe ich es so, dass es mir einfach so nat\u00fcrlich, organisch, verbindend erscheint, mich auf diese Weise auseinanderzusetzen. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann so eine ernste Auseinandersetzung bei mir einmal nicht tiefe \u00c4ngste ausgel\u00f6st hat. Jetzt kann ich ernten, was durch die GfK ges\u00e4t wurde. Ich kann mich und meine Bed\u00fcrfnisse ausdr\u00fccken und kann h\u00f6ren und wertsch\u00e4tzen, was mein Gegen\u00fcber zu sagen hat. Wir sind keine Feinde, sondern zwei Menschen, die sich bem\u00fchen, gemeinsam neue Strategien zu entwickeln. Das erste Mal im Leben fange ich an, einen Konflikt zu wertzusch\u00e4tzen als Form der Auseinandersetzung, in dem beide Seiten geh\u00f6rt werden, es keinen Sieger und keinen Unterlegenen gibt. Wie grandios ist das denn!?<\/p>\n<p>So long!<\/p>\n<p>Ysabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! Vor 15 Jahren h\u00e4tte ich wahrscheinlich von mir selber behauptet, ich w\u00e4re konfliktfreudig. Denn als ich ein Kind war, wurde mir oft gesagt, ich wolle immer mit dem Kopf durch die Wand. 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