{"id":3135,"date":"2011-07-20T22:20:47","date_gmt":"2011-07-20T20:20:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=3135"},"modified":"2011-07-20T22:23:56","modified_gmt":"2011-07-20T20:23:56","slug":"autobahnen-verlassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=3135","title":{"rendered":"Autobahnen verlassen"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<\/p>\n<p>&#8230; und Hallo, Markus!<br \/>\nDanke noch mal f\u00fcr den Hinweis, dass es manchmal schwer ist, sich mit unseren Automatismen auszus\u00f6hnen. <\/p>\n<p>Ich arbeite mich im Moment durch einen f\u00fcnft\u00e4gigen Vortrag von <a href=\"http:\/\/www.eroediger.de\/schema\/index_schema.htm\">Eckhard Roediger<\/a>: Einf\u00fchrung in die Schematherapie. Er schreibt auf seiner Homepage: <em>Die Schematherapie fokussiert auf die von emotionalen Prozessen gesteuerten Verhaltensweisen, die wir im Laufe unseres Lebens zum Teil unbewusst entwickelt haben. Zum Zeitpunkt ihrer Entstehung in der Kindheit und Jugend stellten diese Verhaltensweisen zun\u00e4chst einen zumindest teilweise erfolgreichen Bew\u00e4ltigungsversuch dar. Werden sie starr beibehalten, engen sie zunehmend die weitere Entwicklung ein. <\/em><br \/>\nIn seinem Vortrag schl\u00e4gt er vor, tagt\u00e4glich gegen die eigenen Automatismen anzulernen und sagt sinngem\u00e4\u00df: <em>Wenn Sie morgens aus dem Bett springen wollen und das normalerweise zuerst mit dem rechten Bein tun, dann nehmen Sie heute einfach mal das linke. Wenn Sie beim Anziehen sonst zuerst in die Unterhose und dann ins Hemd steigen, machen Sie es heute umgekehrt. Und wenn Sie am Fr\u00fchst\u00fcckstisch das Glas Nutella anlacht, sagen Sie einfach, nein, meine S\u00fc\u00dfe, heute kommt Marmelade dran. Diese \u00dcbung k\u00f6nnen Sie st\u00e4ndig machen, um sich Ihrer Gewohnheiten bewusst zu werden und sie in Frage zu stellen, und Sie brauchen daf\u00fcr \u00fcberhaupt keine (zus\u00e4tzliche) Zeit&#8230; <\/em><br \/>\nIm letzten Modul der GfK-Fortbildung haben wir eine \u00dcbung gemacht, die ich schon kannte, aber noch nicht in dieser M\u00e4chtigkeit ausprobiert hatte. Wir haben sie \u201eDer hei\u00dfe Stuhl\u201c genannt. Jeder von uns hat ja den einen oder anderen Satz, den er schwer h\u00f6ren kann. Beim \u201eHei\u00dfen Stuhl\u201c wird nun einer der Teilnehmer geradezu bombardiert mit solchen S\u00e4tzen und versucht, mit GfK darauf zu antworten.<br \/>\nProbiert doch mal selbst empathische Antworten auf<br \/>\n<strong><br \/>\nDas schaffst du nie&#8230;<\/p>\n<p>Letztes Jahr hast du aber noch in das blaue Kleid gepasst<\/p>\n<p>Ich dachte, Sie h\u00e4tten das im Griff<\/p>\n<p>Du kannst hier nicht stehen!<\/p>\n<p>Du machst immer alles so kompliziert! <\/p>\n<p>Muss das sein?<\/p>\n<p>Das kann so nicht bleiben!<\/p>\n<p>Immer dieses Gen\u00f6rgel!<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Diese Liste lie\u00dfe sich sicherlich kilometerlang fortsetzen. Vielleicht habt Ihr Lust, ein paar Antworten zu probieren, entweder als empathische Entgegnung oder als Selbstoffenbarung (wenn ich h\u00f6re&#8230; f\u00fchle ich mich&#8230; weil mir&#8230; wichtig ist&#8230;). Mit dieser \u00dcbung k\u00f6nnen wir versuchen, die automatisierten Reaktionen (oft Angriff oder Verteidigung) zu unterbrechen. Wir k\u00f6nnen \u00fcben, uns auch in schwierigen Situationen aus der Welt von Richtig oder Falsch zu verabschieden. <\/p>\n<p>Heute Morgen bot sich mir eine besondere Gelegenheit zum \u00dcben&#8230;<br \/>\nIm Zug setzte sich mir ein Ehepaar gegen\u00fcber. Die Dame war an Kr\u00fccken. Als die Schaffnerin kam, beschwerte sich der Herr, wieso die Fahrkarte seit dem vorigen Mal fast doppelt so teuer geworden sei. Die Schaffnerin pr\u00fcfte den Fahrschein und sagte, \u201eSie haben eine Gruppenkarte gekauft. Das ist f\u00fcr Sie nicht der beste Fahrschein f\u00fcr diese Strecke. Bitte unterschreiben Sie die Karte noch hier unten.\u201c Mit diesen Worten reichte sie dem Mann die Karte und einen Kugelschreiber. Die Ehefrau riss dem Mann die Karte aus der Hand und sagte erregt: Ich unterschreibe gar nichts. Dann fing sie an, auf russisch schnell und anscheinend \u00e4rgerlich zu reden. Die Schaffnerin zuckte mit den Achseln und setzte ihren Kontrollgang fort. Und ich \u00fcberlegte die n\u00e4chsten 20 Kilometer, was in diesem Fall eine empathische Antwort gewesen w\u00e4re und welche Gef\u00fchle wohl in meiner Tischnachbarin lebendig waren.  Eine spannende Besch\u00e4ftigung, mit der ich gleichzeitig trainieren kann, in schwierigen Situationen empathisch zu bleiben. Zu allererst mal mit mir. Und mich hat diese Unruhe, die Lautst\u00e4rke und das Verhalten ziemlich gest\u00f6rt&#8230; <\/p>\n<p>So long! <\/p>\n<p>Ysabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! &#8230; und Hallo, Markus! Danke noch mal f\u00fcr den Hinweis, dass es manchmal schwer ist, sich mit unseren Automatismen auszus\u00f6hnen. Ich arbeite mich im Moment durch einen f\u00fcnft\u00e4gigen Vortrag von Eckhard Roediger: Einf\u00fchrung in die Schematherapie. 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