{"id":2492,"date":"2010-11-19T00:58:57","date_gmt":"2010-11-18T23:58:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gewaltfrei-im-norden.de\/blog\/?p=2492"},"modified":"2010-11-19T07:32:56","modified_gmt":"2010-11-19T06:32:56","slug":"kraut-ruben-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=2492","title":{"rendered":"Kraut &#038; R\u00fcben (2)"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<br \/>\nHeute wieder ein fr\u00f6hliches Sammelsurium.<br \/>\nZum einen habe ich mich \u00fcber den Kommentar von Gabriel gefreut. Dass er gerade jetzt noch Zeit gefunden hat, das gestrige Thema zu kommentieren, finde ich wunderbar. Es erf\u00fcllt mein Bed\u00fcrfnis nach Gesehen werden und gibt einen Boost an Wertsch\u00e4tzung. <\/p>\n<p>Heute fand ich auf Spiegel online eine Erkl\u00e4rung zum Thema \u201eKinder wie die Zeit vergeht\u201c, die ich hier gern nachtragen m\u00f6chte, weil sie zu gut zum gestrigen Thema passt. In dem <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegelwissen\/0,1518,725970,00.html\">Artikel<\/a> ging es um die hirnorganischen Unterschiede bei Menschen mit Tourette-Syndrom und mit Parkinson. Hier nur die Stellen, die sich mit der Verarbeitung von Zeit im Gehirn besch\u00e4ftigen:<br \/>\n<em><br \/>\nEs ist, als halte mich jemand st\u00e4ndig mit einem starken Gummiband zur\u00fcck&#8220;, sagt Jan G\u00fcttich (Anm.: der Parkinson-Patient).<\/p>\n<p>&#8222;Es ist, als lebe ich mit einem eingebauten Porsche&#8220;, sagt dagegen Christian Hempel (Anm.: der Tourette-Syndrom-Patient) auf seinem Sofa in L\u00fcneburg \u00fcber das Ungleichgewicht in seinem Kopf. Den einen macht so ein Ungleich &#8211; gewicht schneller, den anderen macht es langsamer. Der eine erlebt dadurch viel in kurzer Zeit, der andere an langen Tagen wenig. F\u00fcr den einen verfliegt die Zeit deshalb, f\u00fcr den anderen vergeht sie so, als habe die Stunde 120 Minuten.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn uns langweilig ist, vergeht die Zeit ja auch nicht&#8220;, sagt Ernst P\u00f6ppel, Hirnforscher und Psychologe an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t in M\u00fcnchen. An den W\u00e4nden in seinem B\u00fcro h\u00e4ngen gerahmte Bilder, Kunstwerke. Einige zeigen, bunt und vereinfacht, das menschliche Gehirn. P\u00f6ppel beschreibt, wie Dauer funktioniert. Er erkl\u00e4rt, warum Zeit nicht gleich Zeit ist und abweichen kann von der Zeit, die die K\u00fcchenuhr anzeigt.<\/p>\n<p>&#8222;Die Maschinerie im Gehirn ist bei jedem Menschen die gleiche&#8220;, sagt P\u00f6ppel, &#8222;die Frage ist nur, womit er diese f\u00fcllt.&#8220;<\/p>\n<p>Der Mensch h\u00f6rt, sieht, riecht, schmeckt, er erlebt etwas und heftet es zusammen, b\u00fcndelt es, 30 bis 40 Millisekunden lang, dann erst st\u00f6\u00dft die Maschine das B\u00fcndel weiter auf die n\u00e4chste Rampe wie auf einer flie\u00dfbandgesteuerten Packstation.<\/p>\n<p>Dort wird das B\u00fcndel abgescannt nach seiner Gr\u00f6\u00dfe. Das B\u00fcndel kann gro\u00df oder klein sein, leicht oder schwer, je nachdem, was eingegangen ist an Erlebnissen.<\/p>\n<p>Viele? Weil jemand schnell die Treppen hochgerannt ist?<\/p>\n<p>Wenige? Weil jemand langsam die Treppen hinabsteigt? <\/p>\n<p>Was herauskommt, ist ein Zeitfenster, das dem Menschen ein Gef\u00fchl von Dauer gibt. Die Zeit st\u00f6\u00dft sich voran, rhythmisch, nicht flie\u00dfend, alle paar Sekunden neu. &#8222;Wenn jemand wenig erlebt, vergeht die Zeit nicht, in der R\u00fcckschau aber schrumpft die Zeit, weil nichts drin liegt in so einem B\u00fcndel. Wenn jemand viel erlebt, in einer neuen Stadt oder mit einem neuen Menschen, verfliegt f\u00fcr ihn die Zeit.&#8220;<\/p>\n<p>Dass sie verfliegt, dass alles schneller geht, bemerkt er aber erst durch den Vergleich mit anderen. &#8222;Ohne Umgebung fehlt ihm der Bezugspunkt&#8220;, sagt P\u00f6ppel. (snip)<\/p>\n<p>(&#8230;) Das Medikament hat hemmende Wirkung, wenn das Gehirn, zum Beispiel, zu gro\u00dfe Mengen an Dopamin freisetzt. Dopamin ist ein Botenstoff und ist f\u00fcr den Bewegungsablauf des Menschen verantwortlich.<\/p>\n<p>Er ist wichtig, damit die Nervenzellen im Kopf arbeiten, damit das Gehirn Reize aufnimmt und sie verarbeitet. Ist zu viel Dopamin vorhanden, herrscht eine Art \u00dcberflutung von Reizen im Kopf, also werden die B\u00fcndel aus der Pack &#8211; station, \u00fcber die der Hirnforscher spricht, zu voll.<\/p>\n<p>Ist zu wenig Dopamin da, herrscht eine Art Ebbe an Reizen, es verlangsamt, es l\u00e4hmt. Bei Menschen, die mit Parkinson leben, so wie Jan G\u00fcttich in M\u00fcnchen- Giesing, produziert das Gehirn nur noch 15 Prozent dieses Botenstoffs. Er nimmt ein Medikament, das den Dopaminspiegel erh\u00f6ht, der amerikanische Neurologe Oliver Sacks hat es mitentwickelt, es bringt ihn f\u00fcr eine Zeit lang wieder in Bewegung. Aber die Nebenwirkungen machen ihn an manchen Tagen m\u00fcde. <\/p>\n<p>(&#8230;)<br \/>\nDass er langsamer ist als die anderen, bemerkt er erst, wenn er sich umsieht, wenn er sieht, wie die das machen. Oder beim Bezahlen an der Kasse. &#8222;Die holen einfach das Geld raus.&#8220; Es ist die Umgebung, die ihm einen Bezug liefert, erst im Vergleich nimmt er wahr, dass seine Zeit eine andere ist als die der anderen Menschen. Seine pers\u00f6nliche Zeit weicht ab von der &#8222;Uhr- Zeit&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Ich denke immer, der Tag m\u00fcsste mehr als 24 Stunden haben&#8220;, sagt er (Anm.: der Parkinson-Patient). Denn: In seiner inneren Packstation sind die B\u00fcndel klein und leicht, es sind nur wenige Informationen drin, er langweilt sich zwar nicht, aber in der R\u00fcckschau auf das, was er getan hat, erscheint ihm die Zeit, als sei sie geschrumpft. Es ist nichts drin, leer, fast nichts da.<\/p>\n<p>Christian Hempel sagt in L\u00fcneburg \u00fcber seinen Tag, dass viel drin sei, dass seine Zeit schnell vergehe und dass sie ihm in der R\u00fcckschau lang erscheine. <\/p>\n<p><\/em><\/p>\n<p>Ist das nicht oberspannend? <\/p>\n<p>Kommen wir nun zum Thema &#8222;Lieber gut geklaut als schlecht abgeschrieben\u201c. Auf Olivers Blog weise ich ja schon bei den Links in. Im Fr\u00fchling hatten wir hier mal eine interessante Diskussion zum Thema Waffenbesitz. Oliver hat dazu in seinem Blog im wahrsten Sinne des Wortes Aufregendes geschrieben und ich habe ihn um Erlaubnis gebeten, davon hier etwas zitieren zu d\u00fcrfen. Dem hat er zugestimmt, und morgen findet Ihr also an dieser Stelle einen Text von ihm, der sich unter anderem mit dem Gewaltmonopol des Staates befasst.<br \/>\nDanke daf\u00fcr, Oliver. <\/p>\n<p>Mein Freund, der mit auf der Kanalreise durch Frankreich war, schickte mir heute den Hinweis auf einen anderen Blog und schrieb dazu: <em>ICH bin Dir \u00fcbrigens dankbar f\u00fcr das Vertrauen, zu Deiner Crew geh\u00f6ren zu d\u00fcrfen, und die wunderbare Bootsfahrt!<br \/>\nDANKE<\/em> Und in dem anderen <a href=\"http:\/\/www.wissensagentur.net\/index.php\/archives\/november-mein-monat-der-dankbarkeit.html\">Blog<\/a> fand ich eine wunderbare Idee, die ich sofort stehle. Die Autorin hat n\u00e4mlich einen Monat der Dankbarkeit aufgerufen, und diese Idee hat mich so begeistert, dass ich das ebenfalls tun werde. Allerdings nehme ich daf\u00fcr den Weihnachtsmonat und nehme mir hiermit vor, ihn unter das Motto Dankbarkeit zu stellen. Vielleicht folge ich der Gliederung der Erfinderin (ich habe nur die Einleitung gelesen und alles andere wird also dann wirklich meines), vielleicht gliedere ich auch selbst. Ist ja nicht so, dass wir hier nicht genug Rubriken haben. <\/p>\n<p>Last but not least ein R\u00fcckblick auf <a href=\"http:\/\/www.gewaltfrei-im-norden.de\/blog\/?p=2334\">\u201eMy private Kabbalah\u201c<\/a>, \u00fcber das ich ja am 21. Oktober geschrieben habe. Irgendwann in den Tagen danach hat Tabasco, meine wunderbare Freundin, die auch noch programmieren kann wie Teufel, einen Hinweis auf diesen Blog in das Forum \u201eGewaltfrei im Norden\u201c eingebaut. Sie war nicht ganz zufrieden, ich bin todbeeindruckt, denn alle paar Minuten flasht jetzt ein Teaser f\u00fcr diesen Blog auf. Ruckartig sprangen die Zahlen hoch. Nur mittlerweile glaube ich \u00fcberhaupt nicht mehr, dass es echte Zahlen sind. 153 Zugriffe an einem Tag wie heute, davon 21 eindeutig?  Egal wie, der Blick auf die Zahlen hat seinen Schmerz verloren und wenn wieder einmal exorbitante Werte auf der Uhr sind, kann ich nur noch lachen. Ich den vergangenen vier Wochen sind angeblich \u00fcber 5000 Klicks hier gekommen, all die Monate von Januar bis Oktober zusammen aber nur 10000. Wer&#8217;s glaubt&#8230;! Aber v\u00f6llig egal, die Zahlen haben ihren Schrecken verloren und das ist wunderbar.<br \/>\nAnsonsten gibt es ein paar Leute, f\u00fcr die ich gern Zeit h\u00e4tte (Hallo nach Oldenburg, Bremen und Braunschweig) und ein paar Jobs, auf die ich heute keine Lust habe (Katzenklos&#8230;). So, jetzt seid Ihr glaube ich perfekt im Bilde! <\/p>\n<p>So long!<br \/>\nYsabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! Heute wieder ein fr\u00f6hliches Sammelsurium. Zum einen habe ich mich \u00fcber den Kommentar von Gabriel gefreut. Dass er gerade jetzt noch Zeit gefunden hat, das gestrige Thema zu kommentieren, finde ich wunderbar. 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