{"id":2117,"date":"2010-09-04T00:22:15","date_gmt":"2010-09-03T22:22:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gewaltfrei-im-norden.de\/blog\/?p=2117"},"modified":"2010-09-03T22:23:15","modified_gmt":"2010-09-03T20:23:15","slug":"sprachhygiene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=2117","title":{"rendered":"Sprachhygiene"},"content":{"rendered":"<p>Der Arzt und Psychotherapeut Bernd Frederich in einem <a href=\"http:\/\/www.wienerzeitung.at\/Desktopdefault.aspx?tabID=3946&#038;alias=wzo&#038;lexikon=Liebe&#038;letter=L&#038;cob=6738\">Interview<\/a> mit der Wiener Zeitung \u00fcber die Gef\u00e4hrlichkeit des Verliebens und den Zusammenhang von Gesundheit und Familie<br \/>\n<strong>N\u00fctzlicher Idiot erw\u00e4hlt Prinzessin<\/strong><br \/>\nVon Gerald Schmickl<\/p>\n<p>(&#8230;) <\/p>\n<p><strong>\u201eW. Z.&#8220;: Vorausgesetzt, man bleibt gesund. Wie stellt man das am besten an?<\/strong><\/p>\n<p>Frederich: Wie sich gezeigt hat, kommen die gr\u00f6\u00dften medizinischen Erfolge aus dem Bereich der Pr\u00e4vention. Wenn es also vor hundert Jahren darum ging, die k\u00f6rperliche Hygiene einzuf\u00fchren, w\u00e4re es jetzt h\u00f6chst an der Zeit, mit der psychischen Hygiene zu beginnen, sprich: mit einer sauberen Kommunikation.<\/p>\n<p><strong>\u201eW. Z.&#8220;: Nach dem Motto: Nicht der Patient ist krank, sondern die Beziehung, in der er lebt.<\/strong><\/p>\n<p>Frederich: Genau. In Patientenfamilien werden meiner Erfahrung nach viel zu viele Feindseligkeiten ausgetauscht, wobei den Leuten gar kein Vorwurf zu machen ist, weil es ihnen nicht einmal bewu\u00dft ist. So wie den Menschen vor hundert Jahren nicht bewu\u00dft war, da\u00df wenn man mit schmutzigen H\u00e4nden in eine Wunde greift, die in der Folge zu eitern beginnt. Daher w\u00fcrde ich mir w\u00fcnschen, da\u00df Kommunizieren alsbald ein Schulstoff ist. Man mu\u00df systematisch lernen, miteinander zu reden.<br \/>\n-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-<\/p>\n<p>Kommunikation als Schulstoff &#8211; ist das nicht ein Traum, f\u00fcr den es sich zu k\u00e4mpfen lohnt? Je l\u00e4nger ich mich mit der GfK befasse, desto mehr erreicht mich die Gewaltt\u00e4tigkeit in unserer Sprache, unseren Konzepten, unseren Introjekten, der Art. wie wir unsere Kinder erziehen. Heute sprach ich mit einer GfK-Anf\u00e4ngerin \u00fcber die Aussage: \u201eBist du beunruhigt, weil dir das Funktionieren der Gruppe so kostbar ist?\u201c Sie berichtete, dass sie es ganz schwer h\u00f6ren kann, wenn ihr jemand etwas zuschreibt. \u201eDu bist ja so und so&#8230;\u201c Wie kann jemand anderes wissen, was ich bin, oder was ich f\u00fchle? <\/p>\n<p>Ich kann diesen Aufruhr gut verstehen. Marshall zitiert einen Kinderreim zu diesem Thema:<br \/>\n<strong>Sticks and stones can break my bones but words can never hurt me! <\/strong><br \/>\n(St\u00f6cke und Steine k\u00f6nnen meine Knochen brechen, aber Worte k\u00f6nnen mich niemals verletzen).<br \/>\nDie Kinder, die das rufen, wissen intuitiv mehr von Leben als ich auf meine alten Tage. Ich sp\u00fcre immer noch gro\u00dfen Schmerz, wenn mir jemand sagt, wie ich bin. Inzwischen kann ich auch Komplimente schlecht h\u00f6ren und wenn immer es m\u00f6glich ist, frage ich nach: Welches Bed\u00fcrfnis von Dir wurde durch mein Verhalten erf\u00fcllt? Ganz schwer ist es f\u00fcr mich zu h\u00f6ren, wie Menschen sich selbst runterputzen. Heute h\u00f6rte ich, wie jemand sagte, ich bin ja so faul! Wir vergessen dabei: Unser Unterbewusstsein hat keinen Sinn f\u00fcr Humor. Es gibt einen Teil von uns, der glaubt diese gewaltt\u00e4tigen Urteile, die wir von uns haben. Und Sprachhygiene darf gern bei uns selbst anfangen.<br \/>\n<em><br \/>\nHeute will ich darauf achten, wie ich mit mir selber spreche. Ich werde meine Worte aufmerksam \u00fcbersetzen, wenn ich nicht liebevoll mit mir umgehe. <\/p>\n<p><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Arzt und Psychotherapeut Bernd Frederich in einem Interview mit der Wiener Zeitung \u00fcber die Gef\u00e4hrlichkeit des Verliebens und den Zusammenhang von Gesundheit und Familie N\u00fctzlicher Idiot erw\u00e4hlt Prinzessin Von Gerald Schmickl (&#8230;) \u201eW. Z.&#8220;: Vorausgesetzt, man bleibt gesund. Wie stellt man das am besten an? 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