{"id":1856,"date":"2010-08-06T16:27:46","date_gmt":"2010-08-06T14:27:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gewaltfrei-im-norden.de\/blog\/?p=1856"},"modified":"2010-08-06T16:29:18","modified_gmt":"2010-08-06T14:29:18","slug":"einsichten-und-aussichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=1856","title":{"rendered":"Einsichten und Aussichten"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<\/p>\n<p>Ich bin aus Schottland zur\u00fcckgekehrt ins Land der W\u00f6lfe. In einem Monat hat der Blog die H\u00e4lfte seiner Leser verloren, ich bin wieder da, wo ich im Februar mal war. Meine pelzigen Begleiter sind entsetzt und jaulen: das kommt davon, dass du keine Tagesmeditationen eingestellt hast. Die ganze Arbeit der vergangenen Monate vergebens! Wenn man so etwas anf\u00e4ngt, muss man sich auch darum k\u00fcmmern und nicht einfach Urlaub machen! Die Leser kommen bestimmt nicht wieder! Das zeigt doch, dass du das alles gar nicht so ernst nimmst!<\/p>\n<p>Boah! Wenn ich diesen Stimmen zuh\u00f6re, merke ich, wie alt ich dabei werde, n\u00e4mlich ziemlich genau zwischen f\u00fcnf und acht Jahren. Ich habe damals vieler Sachen angefangen, wie alle Kinder das tun,  Briefmarken und Steine sammeln, h\u00e4keln, Kunstrollschuh fahren. Und immer, wenn etwas Neues in meinen Weg kam, wurde etwas Altes uninteressant, usf. GfK-formuliert w\u00fcrde ich sagen, es erf\u00fcllte mir keine Bed\u00fcrfnisse mehr. Der von mir so hoch gesch\u00e4tzte K\u00f6lner Psychosynthese-Therapeut Harald Reinhardt sagte dazu in einem Vortrag:  das Gewissen ist aggressiv, es bei\u00dft!<\/p>\n<p>Ich stelle mir mein Gewissen gerade als Sch\u00e4ferhund vor. Und ich bin das Schaf, das er unbedingt auf dem richtigen Weg halten m\u00f6chte. Hier geht es lang, und um sicher zu stellen, dass du da ankommst, wo es f\u00fcr dich richtig ist, schnappe ich nach deinen Beinen&#8230;<\/p>\n<p>Dieser imagin\u00e4re Sch\u00e4ferhund tut das nicht, um mich zu verletzen oder mir Schmerzen zuzuf\u00fcgen, im Gegenteil. Er ist ja darauf trainiert, Unheil von mir fernzuhalten, indem er sicher stellt, dass ich auf dem richtigen Weg bleibe. <\/p>\n<p>Nun unterscheidet sich allerdings der Weg der f\u00fcnfj\u00e4hrigen Steinesammlerin von dem einer ausgewachsenen Ysabelle. Es gibt gute Gr\u00fcnde, warum ich nicht jeden Tag geschrieben habe, zum Beispiel weil ich nicht immer ein Netz hatte. Oder andere Bed\u00fcrfnisse standen im Vordergrund: Gemeinschaft mit meiner Bremer Giraffenfreundin, Schauen, Staunen, Genie\u00dfen, Entspannen&#8230; Es scheint, dass ich eine gewisse Ordnung und Struktur brauche, um die Mu\u00dfe zum Schreiben zu finden. Im Moment bin ich auf dem Weg zu meinem sechsten Bett in dieser Woche. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit einem lieben Menschen, und ich merke gleichzeitig, dass mir auch das Ankommen fehlt. <\/p>\n<p>Wer sagt, dass der Blog nur etwas taugt, wenn jeden Monat mehr Leser kommen? Wer sagt, dass ich nichts tauge, wenn ich nicht jeden Tag etwas Geistvolles produziere? Vor zehn Jahren sagte ich einmal mit einem Sto\u00dfseufzer zu meinem besten Freund Cami, ach w\u00fcrde ich mich doch selbst besser kennen! Nun bin ich t\u00e4glich dabei, mich besser kennen zu lernen und anzunehmen. Ein m\u00fchsamer, intensiver, langwieriger Prozess. Ich versuche meinem inneren Sch\u00e4ferhund beizubringen, dass f\u00fcr dieses Schaf mehrere Sachen richtig sein k\u00f6nnen, und dass es sinnvoll ist, sich immer wieder zu beraten, statt blind in die Hachsen zu schnappen. Wissenschaftlich vermutlich Disidentifikation vom \u00dcber-Ich. <\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten zwei Tagen will ich einmal sp\u00fcren, ob es f\u00fcr mich immer noch so passt mit dem Blog. Vielleicht m\u00f6chte ich f\u00fcr mich einmal nachjustieren, was genau ich hier machen m\u00f6chte. <\/p>\n<p>So long!<br \/>\nYsabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! Ich bin aus Schottland zur\u00fcckgekehrt ins Land der W\u00f6lfe. In einem Monat hat der Blog die H\u00e4lfte seiner Leser verloren, ich bin wieder da, wo ich im Februar mal war. Meine pelzigen Begleiter sind entsetzt und jaulen: das kommt davon, dass du keine Tagesmeditationen eingestellt hast. Die ganze Arbeit der vergangenen Monate vergebens! 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