{"id":1779,"date":"2010-07-15T08:41:14","date_gmt":"2010-07-15T06:41:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gewaltfrei-im-norden.de\/blog\/?p=1779"},"modified":"2010-07-15T09:22:40","modified_gmt":"2010-07-15T07:22:40","slug":"richter-und-prokrastinateure","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=1779","title":{"rendered":"Richter und Prokrastinateure"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<\/p>\n<p>Ich darf mich gerade mit dem wunderbaren Thema Prokrastination besch\u00e4ftigen. Wie, nie geh\u00f6rt? Ich bis vor einiger Zeit auch nicht. aber das Ph\u00e4nomen, das mit diesem Wort beschrieben wird, kenne ich seit Jahrzehnten. Allerdings unter seinem eher platten deutschen Namen: Aufschieberitis.<\/p>\n<p><object width=\"425\" height=\"344\"><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/4P785j15Tzk&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x006699&amp;color2=0x54abd6\"><\/param><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\"><\/param><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\"><\/param><embed src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/4P785j15Tzk&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x006699&amp;color2=0x54abd6\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\" width=\"425\" height=\"344\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p>Bestimmte Sachen k\u00f6nnte ich ohne gro\u00dfe Bedenken bis zum j\u00fcngsten Tag aufschieben. Die Abgabe meiner Steuererkl\u00e4rung zum Beispiel. Fenster putzen. Den Pultordner durchsortieren und Rechnungen in Aktenordner stopfen. Das Auto aussaugen. Gerade habe ich gelernt, dass sich mittlerweile 700 Studien mit dem Thema Prokrastination besch\u00e4ftigen, und dass Verhaltensforscher es ganz anders einsch\u00e4tzen als Wirtschaftswissenschaftler. Unter GfK-Gesichtspunkten habe ich daf\u00fcr noch keine Abhandlung gefunden. Allerdings passt es gut zu zwei anderen GfK-Themen: Anzuerkennen, dass ich in jedem Augenblick mein Bestes gebe, weil ich versuche, mir ein wundervolles Bed\u00fcrfnis zu erf\u00fcllen, und ein liebevoller Umgang mit mir, selbst bei inneren Kommentaren wie &#8222;du musst&#8220; und &#8222;du solltest wirklich&#8220;. <\/p>\n<p>Wer gibt uns vor, was f\u00fcr unser Leben wichtig und sinnvoll ist? Das Finanzamt mit seinen Abgabeterminen f\u00fcr die Einkommenssteuer? Die Nachbarin, die missbilligend den Kopf sch\u00fcttelt, weil unsere Fenster nicht geputzt sind? Wie geht es mir, wenn mein innerer Richter mahnt, ich m\u00f6ge endlich die Rechnung f\u00fcr die Heizungsreparatur bezahlen? Meist geht es mir mies, weil es eine eingebaute Vorstellung gibt, wie etwas &#8222;richtig&#8220; zu erledigen ist, und dieser Vorstellung werde ich of nicht gerecht. <\/p>\n<p>Vielleicht ist es an der Zeit, bei meiner Aufschieberitis zu beobachten, welche wunderbaren Bed\u00fcrfnisse ich mir erf\u00fclle, wenn ich an diesem Wochenende nicht das Auto aussauge. Vielleicht das Bed\u00fcrfnis nach Leichtigkeit und Entspannung (das Beispiel ist fiktiv, dieses Wochenende bleibt das Auto in der Garage!). Und wenn ich es putze, welches wunderbare Bed\u00fcrfnis erf\u00fclle ich mir dann? Vielleicht dass ein gepflegtes Auto eines fernen Tages einen h\u00f6heren Wiederverkaufswert hat. Wie wenig bereichert das mein Leben heute! Wie so oft gilt es auch hier eine Balance zu finden zwischen all meinen Bed\u00fcrfnissen. Und es gilt, meinen inneren Kritikern zuzuh\u00f6ren, die so ungl\u00fccklich sind, dass ich bestimmte Dinge immer wieder verschiebe. Auch sie weisen auf unerf\u00fcllte Bed\u00fcrfnisse hin. Und ich m\u00f6chte daf\u00fcr Sorge tragen, dass all meine Bed\u00fcrfnisse gesehen und erf\u00fcllt sind. Vielleicht k\u00f6nnte ich jemanden engagieren, der heute bei mir die Katzenklos putzt?<\/p>\n<p>So long!<\/p>\n<p>Ysabelle  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! Ich darf mich gerade mit dem wunderbaren Thema Prokrastination besch\u00e4ftigen. Wie, nie geh\u00f6rt? Ich bis vor einiger Zeit auch nicht. aber das Ph\u00e4nomen, das mit diesem Wort beschrieben wird, kenne ich seit Jahrzehnten. Allerdings unter seinem eher platten deutschen Namen: Aufschieberitis. Bestimmte Sachen k\u00f6nnte ich ohne gro\u00dfe Bedenken bis zum j\u00fcngsten Tag aufschieben. 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