{"id":1100,"date":"2010-04-13T10:01:23","date_gmt":"2010-04-13T08:01:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gewaltfrei-im-norden.de\/blog\/?p=1100"},"modified":"2010-04-13T20:48:59","modified_gmt":"2010-04-13T18:48:59","slug":"selbstloses-handeln-und-mitgefuhl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.giraffenohren.com\/?p=1100","title":{"rendered":"Selbstloses Handeln und Mitgef\u00fchl"},"content":{"rendered":"<p>Hallo, Welt!<\/p>\n<p>Es gibt einen Begriff daf\u00fcr, wenn pl\u00f6tzlich Dinge auf einen einpurzeln, die man vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. Er f\u00e4ngt mit A an und ich habe ihn gerade nicht abrufbar***. Jedenfalls habe ich gestern im Spiegel (Print) die Meldung \u00fcber Babys gelesen, die Hilfsbereitschaft erkennen. Und heute fand ich folgenden Artikel im <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/mensch\/0,1518,688340,00.html\">Spiegel Online<\/a>, den ich hier reinkopiere, weil ich f\u00fcrchte, dass er beim Spiegel irgendwann rausfliegt. Und dann w\u00e4re die Information nicht mehr erreichbar. Viel Spa\u00df beim Lesen!<\/p>\n<p>So long!<\/p>\n<p>Ysabelle<\/p>\n<p>12. April 2010, 16:14 Uhr<br \/>\nAltruismus-Forschung<br \/>\n<strong>Die Suche nach dem Guten in uns<\/strong><\/p>\n<p><em>Aus Z\u00fcrich berichtet Gerald Traufetter<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen Menschen zu selbstlosem Handeln und Mitgef\u00fchl gebracht werden? Um eine Antwort zu finden, stecken Hirnforscher mitunter gar M\u00f6nche in Kernspintomografen. Jetzt haben sich \u00d6konomen in der Schweiz mit dem Dalai Lama zusammengetan, um sich dem Wesen des Guten zu n\u00e4hern.<\/p>\n<p>Der Mensch ist selbsts\u00fcchtig. Auf dieser Pr\u00e4misse gr\u00fcnden Wirtschaftswissenschaftler ihre Theorien \u00fcber den Markt und seine Mechanismen. Der Mensch besitzt gar ein Egoismus-Gen. So lautet das Mantra vieler Biologen.<\/p>\n<p>&#8222;Das stimmt so nicht&#8220;, sagt der \u00d6konom Ernst Fehr von der Universit\u00e4t Z\u00fcrich, der seit einigen Jahren einen Kampf f\u00fcr die Anerkennung des Guten im Menschen f\u00fchrt. Jetzt hat der Forscher geistigen Beistand gefunden: den Dalai Lama. An diesem Wochenende sa\u00df er mit dem Oberhaupt der buddhistischen Tibeter viele Stunden auf einem Podium im Z\u00fcrcher Kongresshaus. &#8222;Altruismus und Mitgef\u00fchl im Wirtschaftssystem&#8220; lautet der Titel der Konferenz. Mit dabei waren: Hirnforscher, Psychologen, \u00d6konomen und sogar Finanzinvestoren.<\/p>\n<p>F\u00fcr einen Wissenschaftskongress ist das ein ungewohntes Bild: Der Dalai Lama hat die Beine zum Schneidersitz gefaltet, tr\u00e4gt eine rote Baseballkappe gegen das Scheinwerferlicht. Vor dem wei\u00dfen Sessel stehen seine Schuhe. Hinter ihm sind bl\u00fchende Kirschzweige zu sehen. &#8222;Mein Wirtschaftswissen ist gleich null&#8220;, sagt er gleich zu Beginn und lacht sein kehliges Lachen. Niemand der \u00fcber 500 G\u00e4ste w\u00fcrde ihm dieses Gest\u00e4ndnis \u00fcbelnehmen.<\/p>\n<p>Der Dalai Lama h\u00f6rt sich an, was Fehr zum Forschungsstand zu berichten hat: In Spielexperimenten sind Menschen bereit, eine Geldsumme mit einer anderen Person zu teilen, obwohl sie das eigentlich nicht machen m\u00fcssten. &#8222;Das Gerechtigkeitsempfinden ist sehr stark ausgepr\u00e4gt, \u00fcber alle Kulturen hinweg&#8220;, sagt Fehr.<\/p>\n<p>Schwieriger wird es schon, wenn man eine Vierergruppe von Menschen anonym auffordert, Geld f\u00fcr eine Gemeinschaftsaufgabe zu geben &#8211; und ihnen die M\u00f6glichkeit l\u00e4sst, nichts zu zahlen, aber trotzdem von dem Geld zu profitieren, das andere einzahlen. Im Steuersystem gibt es solche Betr\u00fcger oder in der U-Bahn die Schwarzfahrer. &#8222;Schmarotzer finden wir immer&#8220;, berichtet Fehr von seinen Studien. Vor allem sei das so, wenn seine Experimente in L\u00e4ndern gemacht werden, wo Misswirtschaft und Korruption herrschen. &#8222;Der Mensch handelt nur altruistisch im Bewusstsein, dass andere sich auch so verhalten&#8220;, sagt er und wirft eine Grafik an die Wand mit einer stark abfallenden Kurve. &#8222;Wo immer Egoisten auf den Plan treten, bricht Kooperation zusammen.&#8220;<\/p>\n<p>M\u00f6nch im Kernspintomografen<\/p>\n<p>Vertrauen, Altruismus und Mitgef\u00fchl sind in den Augen des Experimental\u00f6konomen wichtige Bedingungen f\u00fcr Wohlstand und wirtschaftlichen Erfolg. Darin liegt auch die Schnittstelle zum Buddhismus. Religi\u00f6se Praktiken wie die Meditation, so doziert der Dalai Lama, dienten zum Erlernen von Mitgef\u00fchl und Selbstlosigkeit: &#8222;Buddhismus, das ist eigentlich die Wissenschaft vom Geiste.&#8220;<\/p>\n<p>Was Fehr besonders interessiert: die F\u00e4higkeit buddhistischer M\u00f6nche, bestimmte Gef\u00fchlszust\u00e4nde durch Meditation bewusst herbeizuf\u00fchren. Er beobachtet sie im Kernspintomografen, um zu studieren, welche Hirnregionen bei altruistischem Verhalten aktiv sind. Eines jener Studienobjekte war in Z\u00fcrich anwesend: Matthieu Ricard, ein Franzose und gelernter Molekularbiologe, der seit \u00fcber 20 Jahren in einem buddhistischen Kloster in Asien lebt. &#8222;Mit nur wenigen Monaten Training kann man Mitgef\u00fchl in sich entstehen lassen&#8220;, sagt Ricard und berichtet von hirnphysiologischen Experimenten, die zeigen, dass Menschen, die regelm\u00e4\u00dfig meditieren, mehr Anteilnahme zeigen, wenn man ihnen etwa Bilder von leidenden Menschen vorf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Um sich in eine Stimmung von Anteilnahme zu versetzen, stelle man sich zun\u00e4chst eine Person vor, von der man bedingungslose Liebe erfahren habe. &#8222;F\u00fcr viele ist das die eigene Mutter&#8220;, sagt Ricard. Schrittweise dehne man dann dieses Gef\u00fchl aus auf alle Menschen. &#8222;Das ist, wie wenn man sich vorstellt, dass die Sonne nicht nur auf einen selbst scheint, sondern auf alle Lebewesen.&#8220;<\/p>\n<p>Solche Ideen waren lange nichts f\u00fcr n\u00fcchterne Forscher, und auch heute w\u00fcrde nicht jeder Wissenschaftler seine Labore f\u00fcr spirituelle Menschen wie Ricard \u00f6ffnen. &#8222;Ich bin selber kein Buddhist&#8220;, sagt Fehr. Ihn interessiere aber, ob man Menschen zum Altruismus erziehen k\u00f6nne, und da habe er die Vermutung, dass der Buddhismus helfen k\u00f6nne.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Gebt mir dieses Oxytocin&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Eine Mitstreiterin von Fehr ist Tania Singer, die Professorin an seinem Institut ist. In ihren Experimenten macht sie die Versuchspersonen vertrauensseliger durch ein Hormon namens Oxytocin, das sie in die Nase der Studienteilnehmer spr\u00fcht.<\/p>\n<p>&#8222;Gebt mir dieses Oxytocin&#8220;, scherzt der Dalai Lama, w\u00e4hrend Singer ihm und den Kongressteilnehmern von ihren Versuchen berichtet. Sie sagt: &#8222;Das wirkt aber nur 20 Minuten.&#8220; Woraufhin der Dalai Lama erwidert: &#8222;Egal.&#8220; Dabei will Singer in jetzt anlaufenden Versuchen das Oxytocin ersetzen, indem sie ihren Probanden das Meditieren beibringt. &#8222;Unsere Hypothese ist, dass Menschen mit Mitgef\u00fchl deutlich altruistischer sind&#8220;, sagt Singer. Sie ist unter anderem an der Erforschung bestimmter Nervenzellen beteiligt, sogenannter Spiegelneuronen, die helfen, den Gem\u00fctszustand des Gegen\u00fcbers zu erkennen.<\/p>\n<p>Singer und Fehr sind auf einem Forschungsfeld aktiv, das in der letzten Zeit popul\u00e4r geworden ist. An der Eliteuniversit\u00e4t Stanford etwa haben Hirnforscher gemeinsam mit dem Dalai Lama das Center for Compassion and Altruism Research gegr\u00fcndet. Au\u00dferdem sind eine ganze Reihe von Sachb\u00fcchern zum Thema erschienen, von so unterschiedlichen Autoren wie dem US-\u00d6konomen Jeremy Rifkin und dem Affenforscher Frans de Waal.<\/p>\n<p>Es h\u00e4ngt wohl vor allem mit der globalen Finanzkrise und dem Unmut \u00fcber die Gier der Banker zusammen, dass derzeit so viel \u00fcber Altruismus geredet wird. Der \u00d6konom Fehr ist davon \u00fcberzeugt, dass ein gerechtes, demokratisches und gut organisiertes Staatswesen n\u00f6tig ist, um mehr Gemeinsinn zu stiften. Fehr glaubt an die Veranlagung des Menschen zum Guten. &#8222;Die meisten Menschen haben eine optimistische Vorstellung dar\u00fcber, dass die Mitmenschen altruistisch sind.&#8220;<\/p>\n<p>Ihn st\u00f6rt auch nicht, dass einige Menschen Gutes nur tun, um sich selber gut zu f\u00fchlen. Da ist er Wirtschaftswissenschaftler und Pragmatiker. Es komme auf das Resultat an. Hauptsache sei doch, dass die Menschen kooperieren, statt sich gegenseitig auszustechen. &#8222;Aus welchen Motiven auch immer&#8220;, sagt Fehr.<\/p>\n<p>Der Dalai Lama wusste zu dem zweischneidigen Charakter des Altruismus eine Anekdote zu erz\u00e4hlen. Manchmal, so sagt der Religionsf\u00fchrer, lasse er sich ganz selbstlos von einer M\u00fccke stechen und Blut saugen. &#8222;Ein Wohlgef\u00fchl stellt sich nachher allerdings nicht ein.&#8220;<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>*** 20.45 h<br \/>\nAffinit\u00e4t. Bin fast crazy geworden heute tags\u00fcber. Ich wusste, der Begriff wurde in einem Buch von Thorwald Detlefsen erkl\u00e4rt, aber ich konnte nicht drauf zugreifen. Affinit\u00e4t. <\/p>\n<blockquote><p>Hinter der &#8222;Zufallskette&#8220;, die die meisten schon mal in irgendeiner Form erlebten, steckt nichts anderes als das Affinit\u00e4ts- oder Resonanzgesetz. <\/p><\/blockquote>\n<p>Puh! Jetzt freue ich mich, das ich es gefunden habe! <\/p>\n<p>So long!<\/p>\n<p>Ysabelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, Welt! Es gibt einen Begriff daf\u00fcr, wenn pl\u00f6tzlich Dinge auf einen einpurzeln, die man vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. Er f\u00e4ngt mit A an und ich habe ihn gerade nicht abrufbar***. Jedenfalls habe ich gestern im Spiegel (Print) die Meldung \u00fcber Babys gelesen, die Hilfsbereitschaft erkennen. 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