Ich hätte gern ein Paar Giraffenohren!

Unterwegs mit gewaltfreier Kommunikation – von Ysabelle Wolfe

Systemisches Konsensieren – wenns mal schnell gehen soll

Seit einiger Zeit bin ich begeistert vom Ansatz, Gruppenentscheidungen mit Systemischen Konsensieren zu meistern. Das Systemische Konsensieren oder SK-Prinzip ist eine Möglichkeit, Entscheidungen so nahe wie möglich am Konsens zu treffen, ohne die Gruppe in ihrer Arbeit zu behindern oder einzelne zu übergehen. Entwickelt wurde sie von Dr. Erich Visotschnig und Siegfried Schrotta, die sich vor Jahren die Frage stellten, ob Entscheidungen nicht besser funktionieren würden, wenn man am Abstimmungsprozess etwas ändert.

Herausgekommen ist eine umfangreiche Methode, die sich nach wie vor weiterentwickelt und in der GFK Szene seit einigen Jahren immer größere Bekanntschaft und Beliebtheit erlangt.

Generell kann man eine Entscheidungsfindung grob in drei Kategorien einteilen, die jeweils eine maßgeschneiderte Variante des SK-Prinzips zugeteilt bekommen:

Problemorientiert „Die Angestellten sind überarbeitet“ Vertieftes Konsensieren
Fragenorientiert „Wie können wir auf die Gesundheit unserer Angestellten Rücksicht nehmen?“ Auswahlkonsensieren
Lösungsorientiert „Lasst uns heute eine Stunde früher nach Hause gehen“ Schnellkonsensieren

Das Vertiefte Konsensieren und das Auswahlkonsensieren werde ich ein andernmal beschreiben.

Ein Beispiel zum Schnellkonsensieren:P1100550

Jemand in der Gruppe schlägt vor, heute eine Stunde früher aufzuhören. Wenn sich auf die Frage nach den Einwänden niemand meldet wird der Vorschlag als konsensiert angenommen.

Gibt es hingegen Einwände durch Handheben wird der Vorschlag notiert und die Passiv-Lösung formuliert.

Die Passiv-Lösung beantwortet die Frage, was passiert, wenn wir keine gemeinsame Entscheidung treffen bzw. nichts verändern: Wir hören zur gewohnten Zeit auf.

Evtl. macht noch jemand einen weiteren Vorschlag, dann wird dieser ebenfalls notiert. Anschließend gibt jeder durch Handheben seine Widerstände zu den einzelnen Möglichkeiten ab.

  • Keine Hand: Ich bin einverstanden
  • Eine Hand: Ich habe leichte Bedenken
  • Zwei Hände: Ich habe starken Widerstand

Der Vorschlag mit dem geringsten Widerstand wird von allen am stärksten akzeptiert und gilt als konsensiert.

Wie es wirkt

Schluss mit…

  • endlosen Diskussionen
  • unzufriedenen Gruppenmitgliedern
  • halbgaren Kompromissen

Das „Systemische Konsensieren“ führt unabhängig von moralischen Appellen oder Regeln nahezu automatisch zu einer Verhaltensänderung in der ganzen Gruppe:

Statt einem Kampf gegeneinander führt es zu mehr Miteinander bei der Lösungssuche.
Der Name weist auf das Ziel hin, eine Lösung zu finden, die einem Konsens möglichst nahe kommt, aber ohne den Druck, ihn erreichen zu müssen. Damit sind Entscheidungen tragfähiger, es gibt keine Sieger und Verlierer mehr!

Flyer_SKBerlin_Jan15-1Wenn ihr mehr über das SK-Prinzip erfahren wollt empfehle ich euch einen Besuch auf meiner neuen Homepage, systemisches-konsensieren-berlin.de oder eines unserer Seminare in nächsten Halbjahr zu besuchen!

Markus

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