Ich hätte gern ein Paar Giraffenohren!

Unterwegs mit gewaltfreier Kommunikation – von Ysabelle Wolfe

Dankbarkeit: 28. Dezember 2013

Hallo, Welt!
Gestern gratulierte mir eine GfK-Weggefährtin mit einer Re-Mail zur Bekanntgabe meiner Zertifizierung vor einem Monat. Dabei las ich noch einmal, was das CNVC über mich schreibt, die warmen Worte meiner Assessorin, und meine eigenen Gedanken. Und in meinem eigenen Text fand ich:

Gratitude is the key to happyness

Dieser Satz stammt von Gerald Jampolsky, dessen Bücher ich ja bekanntermaßen sehr schätze. Zumindest habe ich ihn dort zuerst gelesen, vor vielen, vielen Jahren. Meine Mutter klagte heute am Telefon, es fiele ihr so schwer, die Blumen zu gießen oder bestimmte Verrichtungen in ihrem Zuhause vorzunehmen. Und ich lenkte – nach einer Prise Empathie – ihren Blick auf das, was noch geht: Wie sorgsam sie ihren gesamten Schriftwechsel im Auge hat. Wie diszipliniert sie noch immer all ihre Angelegenheiten erledigt. Dass sie erkennt, was an der Verschreibung des Arztes so nicht funktionieren wird, wenn wir es bei der Kasse einreichen (es war vergessen worden, Diabetes mellitus mit aufzuschreiben…). Ich entscheide mit meiner Blickrichtung, wie es mir geht. Freue ich mich an den Dingen, die gut sind in meinem Leben, oder rege ich mich über das auf, was im Mangel ist?
Mein Appell lautet nicht, den Mangel zu ignorieren. Aber es erscheint mir ziemlich sinnlos, mich über Dinge aufzuregen, die sind (Byron Katie). Ich kann schauen, welche Bedürfnisse bei mir unerfüllt sind, und dann kann ich los marschieren und versuchen, daran etwas zu ändern. Ärgere ich mich über die Dinge im Haushalt, die unerledigt sind, oder erkenne ich an, dass ich mein Bestes gebe, um in dieser stressigen Zeit alle Dinge unter einen Hut zu bringen?
Wenn ich dankbar bin für das, was ich habe, für das, was mir zuteil wird, für das, was mir gelingt, entschuldige ich damit nicht das andere. Es geht nicht darum, unerfüllte Bedürfnisse zu ignorieren. Es geht darum, in die Kraft zu kommen, mein Leben zu meistern. Und ich bin sicher: Das funktioniert besser aus einer Haltung der Dankbarkeit heraus als mit der Blickrichtung auf das, was alles fehlt.

So long!

Ysabelle

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