Ich hätte gern ein Paar Giraffenohren!

Unterwegs mit gewaltfreier Kommunikation – von Ysabelle Wolfe

Jetzt gehts looos!

Hallo ihr Lieben!
Ich sitze grade in einer Regionalbahn, barfuß und beseelt auf dem Weg von einem sehr besonderen Einführungsseminar in Gewaltfreier Kommunikation zurück Richtung Zivilisation…und ich kann die Eindrücke vom Wochenende immer noch nicht alle fassen.

Das Seminar fand in ländlicher Umgebung in der Alten Mühle Gömnigk statt und lief drei Tage auf Spendenbasis. Ich kann schonmal zusammenfassen, es hat alle unsere Erwartungen weit weit übertroffen.

Was sich in diesen paar Tagen ereignet hat, wie schnell die Zeit geflogen ist, und mit welchem Blick ich jetzt zurück in die Welt fahre ist schon sehr besonders. Die fantastische Gruppenstimmung, die besondere Umgebung, die alternative Unterbringung, das containerte Essen, der ganze Geist des Seminars war für mich von radikaler Freiheit geprägt. Zwei Eindrücke klingen noch besonders in mir nach.

Der eine ist sehr privat und hat mit meinem Bedürfnis nach Nähe zu tun, sowohl körperlich als auch emotional, seelisch. Das ich in so kurzer Zeit solch eine intensive Nähe spüren durfte, ohne sie mit Erwartungen oder alten Vorstellungen zu vermischen hat mich schon sehr beeindruckt.
Die zweite Geschichte betrifft meinen Blick auf Geld, Erwerbsarbeit, meinen Lebenstraum und damit verbundene Ängste. Ich habe an diesem Wochenende einen Schimmer davon mitbekommen, wie ich mir mein Leben wünsche.

Und besonders dank Jonas unbändigem Enthusiasmus sehe ich meine Zukunft grade unter einem anderen Stern als vorher. Ich hatte in den letzten Monaten einiges an Angst vor dem Sommer und den Veränderungen, die entstehen werden, wenn ich kein Student mehr bin. Das kam zum guten Teil daher, dass ich zu einer Anstellung in irgendeiner Firma keine wirklich Alternative gesehen habe, und es mir gleichzeitig ein ziemliches grausen bereitet, mich in solche Strukturen zu zwängen.

Es geht ne Weile lang irgendwie, aber viele meiner Bedürfnisse bleiben dabei auf der Strecke, nach freier Entfaltung, Sinnhaftem Gestalten, Teil etwas größeren sein, zu einer besseren Welt beizutragen.
Und wenn ich ehrlich bin ist mir auch die Arbeit als Trainer noch zu sehr eine Rolle die es zu verkaufen gilt und auf die ich manchmal einfach keine Lust habe. Zumindest möchte ich nicht die Trainer kopieren, die ich bisher kennengelernt habe.
Und jetzt erlebe ich plötzlich wie einfach und wie geil es kann, einfach das zu leben, was ich mir immer schon erträumt habe. Mit den Kompetenzen die ich habe anderen Menschen Wachstum und Lernen zu ermöglichen und mich gleichzeitig selber auf die schönste aller Forschungsreisen zu
begeben…
Und ich hab das ganze vor allem nicht alleine durchgezogen sondern durfte Teil eines wunderbaren Teams sein, in dem wir alle auf Augenhöhe standen und Teil einer wunderbaren Gruppe, die Lust darauf hatte, den gemeinsamen Prozess aktiv mitzugestalten!

Kann es was genialeres geben?
Das für mich bahnbrechende ist jetzt aber, dass durch dieses tolle Erlebnis die Prämisse von Marshall Rosenberg eine Ebene tiefer gerutscht ist:

„Arbeite niemals für Geld. Lass dich für das bezahlen, was du
sowieso gerne tust.“!

Genau daran möchte ich in den nächsten Wochen arbeiten, mir mit anderen Menschen die Möglichkeit aufbauen, so eine nährende Gemeinschaft nicht nur ab und zu, sondern permanent zu genießen und gleichzeitig genug Geld zum Leben und für die Erweiterung unserer Strukturen ranzuschaffen. Bäm!
Ich habe vor ein paar wochen beschlossen, meine letzten Vorlesungen sausen zu lassen und mich statt dessen voll und ganz auf meine Projekte zu konzentrieren. Dadurch konnte ich endlich anfangen, mich ungeteilt der GFK zu widmen ohne dauernd von der technischen Welt abgelenkt zu sein. Das war schon eine sehr erleichternde Entscheidung, aber mit dem neuesten gedanklichen Schritt ist jetzt noch eine viel größere Last von mir gefallen!
Ich bin beschwingt, fühle mich frei und schaue hoffnungsvoll in die Zukunft.

Wir sind dabei, Anschluss- und Fortsetzungsseminare zu konzipieren, in meinem Kopf schwirrt zudem eine ganze Palette an Seminarideen herum, die ich schon lange mit mir herumtrage und die im nächsten Jahr Wirklichkeit werden sollen:

„Gewaltfreie Kommunikation und Kooperative Abenteuerspiele“, „Liebe Sex und Zärtlichkeit“, „Giraffen Treibstoff tanken um Träumen Flügel zu verleihen“, Bauwochen getragen vom Geist der Verbindung, …
Plötzlich ist so vieles möglich!

Seid umarmt,
Markus

PS: Auf meiner Homepage werde ich neue Seminare frühzeitig ankündigen!

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