Ich hätte gern ein Paar Giraffenohren!

Unterwegs mit gewaltfreier Kommunikation – von Ysabelle Wolfe

Dankbarkeit 2. Dezember 2017

Hallo, Welt!
Mein Empathie-Buddy hat mir ein Brieflein geschrieben und sich für mein Kommen bedankt. Ein Brieflein im gleichen Miniformat habe ich vorgestern aus dem Kasten gezogen. Es war von meiner langjährig besten Freundin, die ihr Bedauern ausdrückte, dass wir es entgegen ihren Absichtsbekundungen seit Juli nicht geschafft haben, uns zu sehen. Und ein weiterer Brief liegt in der Küche, von einer Freundin, die sich zum Jahreswechsel 2014 von mir abgewandt hatte, weil sie der Ansicht war, ich hätte nicht genug Zeit für unsere Freundschaft. Im August diesen Jahres klopfte sie wieder an meine Tür …
Seit mindestens vier Jahren liegt hier bei mir im Arbeitszimmer der Brief eines jungen GFK-Freundes, den er mir damals zu Weihnachten schrieb. Darin bedankt er sich für unsere Verbindung und unsere Freundschaft. Handgeschrieben. Und an der Tür zu meinem Arbeitszimmer hängt ein Gedicht, das eine Freundin/Mitarbeiterin für mich geschrieben hat. Mit dem Computer geschrieben, aber auf unsere Freundschaft gereimt.

Die Brieflein werden wohl – wie die Eintrittskarte vom Spiel St. Pauli gegen Schalke 2011 – an den Kühlschrank wandern. Ich sehe sie nicht jeden Tag, aber immer mal wieder. Genau wie die Karte von meiner Freundin aus Braunschweig, die sie mir zum Geburtstag schenkte: „Du hast die Jahre schön …“

Jede handgeschriebene Nachricht ist für mich ein besonderer Gund zur Dankbarkeit und zur Freude. Da hat sich jemand hingesetzt und an MICH gedacht. Er oder sie hat nicht einfach eine Mail geschickt oder eine WhatsApp-Nachricht. Jemand hat eine Karte ausgesucht und sie von Hand beschrieben. Vielleicht hat er oder sie an diesem Tag auch 20 andere Weihnachtskarten verfasst, aber diese eine ist für mich. Handgeschriebene Nachrichten sind für mich ein Ausdruck von Wertschätzung und Verbindung, sie sagen mir, „Du bist mir wichtig“.
Jedes Feiern eines solchen Geschenks bringt mich auch mit meiner Trauer in Verbindung. Ich möchte auch handgeschriebene Briefe verschicken! Ich möchte auch die Zeit finden, mich hinzusetzen und den Menschen zu schreiben, die meinem Herzen nahe stehen: Meine Freundinnen Wiebe, und Bieke, und Cynthia, und Chricky, und Brita und Kerstin, (mögen mir alle die verzeihen, die hier gerade nicht einzeln aufgeführt sind), und meine Freunde Michael, Peter, Jens, Jürgen, Markus, Gabriel, Siegfried, Thomas, Kai, Christian und all die vielen anderen, die mich seit (vielen) Jahren begleiten. Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Vielleicht gelingt es mir ja in diesen Tagen, noch ein paar schöne Karten zu erjagen, und vielleicht finde ich die Zeit zwischendurch, meinen Lieblingsmenschen zu sagen: Ich bin froh, dass es DICH gibt!
So long!

Ysabelle

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